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Staudinger Ausbau Block 6

Staudinger

"Weniger wäre mehr gewesen": NABU Kreisverbände im Rhein-Main-Gebiet lehnen Bau des überdimensionierten Kohlekraftwerkes Staudinger 6 ab

NABU MKK, OF & FFM: Die Kreisverbände Main-Kinzig, Offenbach und Frankfurt des hessischen Naturschutzbundes (NABU) lehnen den Bau des Kraftwerksblocks Staudinger 6 in der vorgesehenen Form ab und fordern die E.ON AG auf, ihr Vorhaben grundsätzlich zu überdenken. Die NABU Kreisverbände des Rhein-Main-Gebietes halten angesichts der auch für Hessen negativen Folgen des Klimawandels ein grundsätzliches Umdenken bei der Energieerzeugung für erforderlich.

Nach dem wärmsten Winter seit Aufzeichnung der Wetterdaten und nach dem Orkan Kyrill, der auch in Hessen forstliche Schäden in Millionenhöhe erzeugt hat, sollten auch die verantwortlichen Konzernchefs bei E.ON endlich umdenken und ihrer Verantwortung nachkommen, fordern die Vorsitzenden der NABU Kreisverbände Main-Kinzig, Offenbach und Frankfurt, Lydia Desch, Hans Schwarting und Wolfhard Wegener.

Die NABU-Kreisverbände lehnen den Neubau des Kraftwerkblocks Staudinger 6 in der geplanten Form ab, weil der Neubau des Kohlekraftwerkes vollkommen überdimensioniert und angesichts des CO2-bedingten Klimawandels ein fataler Schritt in die falsche Richtung sei, betonen die drei Kreisvorstandssprecher.

Gerade die neue INKLIM-Studie des Landes Hessen hat gezeigt, wie drastisch die Folgen des Klimawandels auch Hessen treffen werden, mahnt Lydia Desch aus dem Main-Kinzig-Kreis. Hessen muss bis 2100 mit einer Temperaturerhöhung von 3,4 oC im Sommer und sogar 4,5 oC im Winter rechnen. Schneefall wird dann zu einem seltenen Ereignis in den höheren Mittelgebirgslagen werden, ergänzt die NABU-Kreisvorsitzende. Gleichzeitig werden im Winter immer mehr, im Sommer dagegen immer weniger Niederschläge fallen - mit fatalen Folgen für die Land- und Forstwirtschaft. Der Fichte - dem Brotbaum der Forstwirtschaft - wird von den zunehmenden Herbst- und Winterstürmen der Garaus gemacht und was von den Stürmen verschont bleibt, fressen die Wärme liebenden Borkenkäfer.

Die Planungssicherheit für Landwirte wird abnehmen, denn längere Hitze- und Dürreperioden in den Sommermonaten machen den Anbau für empfindliche Kulturen zum Risiko und auch die Schifffahrt auf Rhein und Main wird unter den ständigen Niedrigwasserständen im Sommer zu leiden haben, ergänzen Hans Schwarting, Vorsitzender des NABU Kreisverbandes Offenbach und Kollege Wolfhard Wegener vom NABU Frankfurt.

Besonders stark wird der Klimawandel die heimische Fauna und Flora treffen. Bereits jetzt zeigen NABU-Studien für das Rhein-Main-Gebiet und den hohen Vogelsberg am Beispiel der Libellenfauna, dass Kälte ertragende Arten Stück für Stück zurückgedrängt werden und durch Wärme liebende und mediterrane Arten ersetzt werden.

Durch milde Winter begünstigt sind auch Krankheitserreger auf dem Vormarsch. So zeigt sich beispielsweise, dass die Zunahme von Zecken durch den Klimawandel die Gefährdung der Bevölkerung durch die gefährliche Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Encephalitis stark begünstigt hat.

Angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels dürfen jetzt keine falschen Entscheidungen getroffen werden, unter denen wir noch viele Jahrzehnte zu leiden haben, fordern die NABU-Vorstandssprecher und betonen, dass bei Staudinger 6 „Weniger sicher Mehr gewesen wäre„. Mit einem Ersatz der auf Mittellastbetrieb ausgelegten, stark veralteten Blöcke 1 bis 3 durch einen wesentlich kleiner dimensionierten und möglichst mit Erdgas betriebenen Block 6 mit stark verbessertem Wirkungsgrad und modernster Technik bei der Abgasreinigung hätte der NABU sicher leben können, nicht aber mit einer Entscheidung, die den Klimawandel noch auf Jahrzehnte beschleunigen wird, erklären Desch, Schwarting und Wegener.

Zwar erkennt der NABU durchaus an, dass E.ON den Wirkungsgrad von bisher 38% auf künftig 46% steigern will. Dennoch ist die Entscheidung für die 1,2 Milliarden Investition, die Stunde um Stunde rund 390 Tonnen Steinkohle in das Klimagas CO2 umwandelt, eine enorme Belastung für die Bevölkerung der Region und für das Klima. Der Bau des vollkommen überdimensionierten Kohlekraftwerkes ist eine Entscheidung gegen das klimafreundlichere Erdgas und vor allem eine Entscheidung gegen eine neue Generation kleiner dezentraler Kraftwerke mit regenerativen Energien.

Der NABU fordert daher die Verantwortlichen bei E.ON auf, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und ihre Planung zu Staudinger 6 komplett zu überdenken.

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