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Azubi-Projekt mit Umweltschutzcharakter

Auf der Streuobstwiese in Niedergründau., (Foto: NABU MKK)

Auch in diesem Jahr organisierten die Auszubildenden der CPM-Gruppe Bad Homburg ein Company-Projekt mit Umweltschutzcharakter. In Kooperation mit dem NABU Kreisverband Main-Kinzig e.V. wurde mit ca. 60 Personen an drei unterschiedlichen Stationen mit variierenden Aufgabenbereichen Hand angelegt.

Während bei der ersten Station in Niedergründau ein Teil der Mitarbeiter den zuvor gemähten Grasschnitt wegräumte, wurden in Wächtersbach und Brachttal Schaubilder und Bänke lasiert und gepflegt sowie Nistkästen gesäubert. Ca. 30 Mitarbeiter waren am Stacken in Mernes eingesetzt, um die Wacholderheide an der Grenze zu Bayern zu pflegen. Die Ansprechpartner des NABUs waren an den einzelnen Stationen jeweils vor Ort, um den Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seitezu stehen.

Bei einem gemeinsamen Picknick wurde den Helfern die Bedeutsamkeit dieses Projektes nähergebracht, denn sie leisteten hierbei einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten. Insgesamt war es für alle Beteiligten ein sehr erfolgreicher Tag, an dem jeder einzelne wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Das Arbeiten bei strahlendem Sonnenschein in freier Natur stellte für die CPM Mitarbeiter eine schöne Abwechslung zum Büroalltag dar.

Die CPM-Gruppe freut sich auch im kommenden Jahr 2020 einen persönlichen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und die Zusammenarbeit mit dem NABU-MKK weiter auszubauen.


„Purpose Day bei den Biberteichen“

Sanofi und NABU im Einsatz für den Naturschutz

(Foto: Sibylle Winkel)

Am Anfang stand eine Anfrage beim hessischen Umweltministerium: „Wir, eine operative Einheit der Sanofi Aventis Deutschland GmbH, möchten im Bereich des Naturschutzes aktiv werden und bei einem laufenden oder neuen Projekt einer professionellen Institution zur Hand gehen.“

Der Kontakt zum NABU Main-Kinzig war schnell vermittelt und Michael Hardt von Sanofi Aventis wurde mit Sibylle Winkel vom NABU schnell einig. Wenige Wochen später am 05.09.2019 war es soweit.25 Kolleginnen und Kollegen von Michael Hardt kamen mit allerlei Werkzeug und Gerät ausgestattet ins osthessische Steinau an der Straße zum Purpose Day-Arbeitseinsatz bei den Biberteichen von Bellings.

Schnell wurden 3 Teams gebildet, die auf mehreren Flächen unterschiedliche Naturschutzarbeiten erledigten. Fachlich betreut und in die verschiedenen Arbeitsfelder eingewiesen wurden die Teams von den NABU-Experten Thomas Mathias und Matthias Kuprian.

Das Spektrum an Tätigkeiten war breit und reichte von Gehölzrückschnitt rund um die Teiche, um mehr Lichtfür Libellen, Amphibien und fischfressende Vögel wie den Eisvogel zu schaffen, bis hin zur Entrümpelung neu vom NABU erworbener Flächen. Bei diesem vorgezogenen „Clean up day“ wurde viel Müll und Unrat zusammengetragen, darunter Plastikteile, rostiges Altmetall, Glasreste, einige Asbestplatten und sogar eine zerbrochene Klobrille.

An anderer Stelle wurden eine kleine Feuchtwiese revitalisiert, Sitzwarten für Neuntöter, Goldammer und Braunkehlchen gesteckt und zwei Bruthügel für Ringelnattern angelegt.

Auch die Pflanzung von mehreren Korbweiden und 2 Flatterulmen und gehörte zum Programm. Die Ulmen, die 2019 zum Baum des Jahres gewählt wurden, fanden in einem kleinen neu angelegten Auwald südlich der Biberteiche einen neuen Lebensraum. Der neue kleine Auwald soll seltenen Tieren und Pflanzen einen Rückzugsraum bieten, aber auch als Senke für Kohlendioxid dienen und einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Diplom Biologin und Kreisvorstandssprecherin des NABU Main-Kinzig belohnte unterdessen jede der 3 Gruppen mit einer Führung rund um die Biberteiche, teilweise in englischer Sprache, denn Geschäftssprache bei Sanofi Aventis ist Englisch. Jetzt konnten auch zwei junge Kolleginnen aus der Dominikanischen Republik den fachlichen Hintergrund der Naturschutzmaßnahmen verstehen.

Besonderes Interesse wurde dem namengebenden Biber entgegengebracht. Und so konnte Biologin Winkel viel Wissenswertes über „Meister Bockert“ berichten, der die Biberteiche schon über 10 Jahre besiedelt und auch 2019 wieder Nachwuchs hatte. Aber auch andere Besonderheiten des Biotopverbunds begeisterten die Gruppe, darunter eine kleine Pfeifengraswiese mit blühendem Teufelsabiss, junge Gebirgsstelzen bei der Futtersuche, verschiedenste Libellenarten, aber auch fruchtende Wildbirnen und Wildäpfel, zwei seltene Wildobstarten, die noch am Ufer des Ahlersbach vorkommen und durch Kaninchendraht vor dem gefräßigen Biber geschützt werden mussten.

Nach getaner Naturschutzarbeit fand der Tag bei reichlich Pizza und vom NABU selbst gemachtem Apfelsaft einen schönen Ausklang. Ein erfolgreicher Tag für Michael Hardt und seine Kolleginnen und Kollegen. Ein erfolgreicher Tag auch für den NABU.

Zweimal auf dem "Siegertreppchen“!

NABU-Wiesen erfolgreich bei der

Bergwinkel-Wiesenmeisterschaft.

Die NABU-Wiese im Raum Züntersbach ist ein Refugium der Artenvielfalt., (Foto: Sibylle Winkel)

Das Ergebnis der vom Landschaftspflegeverband (LPV MKK) ausgerichteten Wiesenmeisterschaft im Bergwinkel ist für den NABU sehr erfreulich. Wäre diese Disziplin olympisch, hätten NABU-Wiesen Silber und Bronze gewonnen, freut sich Vorstandssprecherin Sibylle Winkel vom NABU-Kreisverband Main-Kinzig.

Der zweite Preis der Wiesenmeisterschaft ging an eine etwa 3 Hektar große Fläche im FFH-Gebiet „Bergwiesen bei Züntersbach“. Diese Fläche hatte der NABU Main-Kinzig vor einigen Jahren mit Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen erworben, um sie vor einer drohenden Nutzungsintensivierung zu retten. Auch die hessische Umweltlotterie GENAU steuerte einen Beitrag bei. Der Fläche, auf der so viele Orchideen wachsen, dass man sie kaum zählen kann, drohte die Gülledüngung und die Bewirtschaftung als Silagewirtschaft mit bis zu 4 oder 5 Schnitten im Jahr. Das sichere Aus für die Knabenkräuter und vielen Schmetterlinge und Wildbienen, die auf der Wiese leben. Mit Schäfer Thomas Müller aus Schwarzenfels, dessen Familie die Orchideenwiese schon seit Jahrzehnten ohne Düngung bewirtschaftete, wurden wir schnell einig, so Biologin Sibylle Winkel. Die Fläche sollte so weiterbewirtschaftet werden wie seit alters her; ein Heuwiesen­schnitt im Hochsommer und eine Nachbeweidung mit Schafen im Herbst. Der zweite Preis der Wiesenmeisterschaft für Thomas Müller ist daher hochverdient und eine schöne Anerkennung für die ökologische Bewirtschaftung der artenreichen Bergwiese.

Auch der dritte Preis prämierte eine NABU-Wiese. Das ebenfalls etwa 3 Hektar große Grundstück befindet sich im Eigentum der NABU-Stiftung hessisches Naturerbe und wird nach ökologischen Regeln bewirtschaftet. Landwirt Helmut Müller aus Hintersteinau wurde für die vorbildliche Pflege der Wiese am Klesberger Weiher ausgezeichnet. Eine zweimalige Heumahd ohne Düngung sorgt hier für einen hohen Artenreichtum. Die späte Mahd lässt genug Zeit für die Entwicklung von Tagfaltern wie den selten gewordenen Schwalbenschwänzen oder Hauhechel-Bläulingen. Auch der Schmetterling des Jahres 2019, der Schachbrettfalter, bildet hier eine ansehnliche Population aus. Entscheidend für das Vorkommen der Schmetterlinge sind nährstoffarme blütenreiche Wiesenbereiche. Die meisten Schmetterlinge legen ihre Eier einzeln auf Blütenköpfe, die sie gut anfliegen können. Andere Arten lassen die Eier während des Fluges zu Boden fallen. Aufgrund von Düngung und einer frühen Mahd sind solche Wiesen heute in vielen Teilen Deutschlands selten geworden und viele Schmetterlinge verschwunden.

Sibylle Winkel gratuliert den Landwirten Thomas Müller und Helmut Müller sowie den anderen Gewinnern der Wiesenmeisterschaft und bedankt sich für die gute Zusammenarbeit für den Erhalt der Vielfalt im Main-Kinzig-Kreis. Durch die Erfolge bei der Wiesenmeisterschaft angespornt plant der NABU weitere Grundstücke im Main-Kinzig-Kreis zu erwerben und gemeinsam mit Landwirten und Schäfern Überlebensinseln der Artenvielfalt zu schaffen.

Naturfreunde können den NABU beim Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt unterstützen:
< NABU KV Main-Kinzig
Bankverbindung: Frankfurter Volksbank
IBAN: DE73 5019 0000 6401 5064 44 BIC: FFVBDEFF
Als Verwendungszweck angeben: Artenreiche Wiesen


NABU MKK pflanzt Baum des Jahres 2019

Flatterulme, Foto: Sibylle Winkel

Flatterulmen waren in unseren Wälder zwar nie so häufig wie Buchen oder Eichen; entlang von Fluss- oder Bachläufen und in den angrenzenden Auen waren die imposanten bis zu 35 Meter hohen Bäume aber regelmäßig vertreten. Als einzige heimische Baumart kann die Flatterulme brettartige Wurzeln wie ein Urwaldriese in tropischen Regenwäldern ausbilden.

Heute gilt die Art als selten. Aus manchen Auen ist sie bereits komplett verschwunden. Nur wenige Exemplare kommen noch entlang der Kinzig und ihrer Nebengewässer vor. Lediglich in der Bulau bei Hanau gibt es noch eine größere Anzahl an teilweise stattlichen Exemplaren, berichtet Sibylle Winkel, stellvertretende Vorsitzende des NABU Main-Kinzig.

Der bundesweit starke Rückgang dieser Auen-Art war wohl ein Grund für die Stiftung Baum des Jahres, die Flatterulme als Jahresbaum 2019 auszuwählen.

Der NABU-Kreisverband Main-Kinzig hat bereits in den vergangenen Jahren mehrere Exemplare an geeigneten Stellen im Main-Kinzig-Kreis gepflanzt, so etwa im Steinaubachtal bei Hintersteinau.

Aktuell wurde ein ca. 6 Jahre alter Jungbaum in einem Schutzgebiet bei Steinau-Bellings neu gepflanzt. Die Pflanzung ist der Startschuss für die Neuanlage eines kleinen Auwaldes aus heimischen Baumarten, freut sich Diplom-Biologin Winkel und ihr NABU-Kollege Thomas Mathias. Die Flatterulme ist die Königin des heimischen Auwaldes. Sie ist vor allem aus ökologischer Sicht eine Schlüsselart, so die Biologin.

Hervorzuheben ist vor allem ihre relative Immunität gegenüber der Ulmenkrankheit, der besonders die Schwesterarten Bergulme und Feldulme in den letzten Jahrzehnten zum Opfer gefallen sind. Manche Tierarten wie der Ulmenblattfloh kommen nur an der Flatterulme vor. Auch für alle anderen spezialisierten Ulmenbesiedler wie den Ulmenzipfelfalter ist sie eine „Überlebensinsel“ dort, wo die anderen beiden Ulmenarten dem durch Pilze verursachten Ulmensterben zum Opfer fielen.

Experten haben alleine 124 auf Ulmen spezialisierte Insektenarten gezählt. Demgegenüber leben an der nicht heimischen Robinie lediglich 2 spezialisierte Insektenarten.

Angesichts des enormen Rückgangs der heimischen Insektenfauna ein wichtiger Grund, beim Waldbau, in Parks und beim städtischen Grün vor allem auf heimische Baumarten wie die Flatterulme zu setzen.

Für Fragen:
Dipl. Biol. Sibylle Winkel (2. Vorsitzende), 0173 3751580, s.winkel@nabu-mkk.de und Dr. Matthias Kuprian, 06663 9124956
Da Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten aufwändig sind und auch Schutzgebietsflächen erworben werden sollen, hat der NABU ein Spendenkonto eingerichtet:
NABU KV Main-Kinzig
Bankverbindung: Frankfurter Volksbank
IBAN: DE73 5019 0000 6401 5064 44 BIC: FFVBDEFF
Als Verwendungszweck angeben: Schutz seltener Arten


Hochkarätiger Kreuzotter-Workshop

Schutzmaßnahmen für Hessens einzige Giftschlange

Foto: Klaus Seehawer

In Zusammenarbeit mit der Naturschutzakademie Hessen (NAH), dem hessischen Umweltministerium (HMUKLV) und der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Hessen (AGAR) hat der Kreisverband Main-Kinzig des Naturschutzbundes (NABU) den ersten hessischen Workshop zum Schutz der hessischen Kreuzotterbestände ausgerichtet.


Die Namen der ReferentInnen von links nach rechts:

Dr. Matthias Kuprian, Hessischen Umweltministerium

Günter Hansbauer, Bayerischen Landesamt für Umwelt

Michael Homeier, NABU KV Main-Kinzig, AG Reptilien / Amphibien

Michael Jünemann, Hessischen Landesanstalt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)

Felix Pokrant, Leiter der Natura 2000-Station „Auen, Moore, Feuchtgebiete“ in Thüringen

Sibylle Winkel, 2. Vorsitzende des NABU KV Main-Kinzig

Peter Könnemann, Spessart-Forstamt Jossgrund

Olaf Homeier, NABU KV Main-Kinzig, AG Reptilien / Amphibien

Robert Madl, AGAR-Vorsitzender

Annette Zitzmann, AGAR

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Ein Betriebsausflug der besonderen Art!

Die gemeinsame Apfelernte des NABU-MKK und der CPM-Gruppe Bad Homburg.

Ein Azubi-Projekt mal anders.

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Am 19.10.2018 unterstütze die CPM-Gruppe Bad Homburg den NABU-MKK bei der diesjährigen Apfelernte. Gegen 10.30 Uhr begrüßten die NABU-Aktiven Elke und Rolf Weber sowie Franz-Josef Jobst den Bus mit dem Geschäftsführer, Herrn Nagel, und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Steinau, wo die NABU-Gruppe Steinau ca. 400 alte Obstbäume pflegt. Da der Bus nicht direkt bis zu den Streuobstwiesen vorfahren konnte, wurden die letzten Meter auf dem Anhänger mit dem Traktor zurückgelegt.Verteilt auf drei Streuobstwiesen, ernteten ca. 100 Hände so viele Äpfel wie möglich. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: 5 Tonnen Äpfel und 50 von der Frischluft geschaffte Mitarbeiter der CPM-Gruppe Bad Homburg. Aber es wurde nicht nur fleißig gearbeitet, nein, es gab auch interessante Infos: In den Pausen informierten die Biologen Sibylle Winkel und Dr. Matthias Kuprian über die Ökologie der Streuobstwiesen, deren hohe Wertigkeit für viele Tierarten sowie die Eigenschaften der einzelnen Apfelsorten. Die Spezialisten hatten sogar mehrere Apfelsorten mitgebracht, welche direkt probiert werden konnten. Während die frisch geernteten Äpfel noch am selben Tag zu „Leckerschmacker Apfelsaft“ verarbeitet wurden und dieser nun ganz ohne Angst vor künstlichen Zusätzen konsumiert werden kann, wird der Erlös aus dem Verkauf der Säfte für Neuanpflanzungen von Hochstammobstbäumen alter Sorten und für die Pflege der Streuobstbestände investiert.

Auch die kommenden Azubiprojekte der CPM-Gruppe Bad Homburg sollen umweltfreundlichen Charakter behalten. Ob es um die Pflege von Streuobstwiesen, Kreuzotter-Schutzprojekte zur Rettung der letzten Bestände oder um den Erhalt anderer vom Aussterben bedrohten Tiere und Pflanzen geht, die Belegschaft ist hochmotiviert und freut sich auf eine langanhaltende Kooperation mit dem NABU-MKK.

Ein Juwel im Obstbaum: Seltener Kirschbaum-Prachtkäfer gefunden

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Der „Bunte Kirschbaum-Prachtkäfer“ ist 7-11 mm lang und leuchtend bunt gefärbt. Mit „Metallic“-Färbungen in Rotkupfer, Blau und Smaragdgrün-Schattierungen leuchtet er wie ein kleiner Edelstein und ist der bunteste Prachtkäfer in Mitteleuropa. Deswegen fiel er der Naturfreundin Iris B. auf, als sie am 4. Mai bei frühlingshaftem Wetter gegen Abend in ihrem Vorgarten bei Mühlheim unterwegs war. Schnell holte sie eine Kamera, dokumentierte den Fund und informierte den NABU MKK.


Der bunt gefärbte Käfer wird seiner spektakulären Erscheinung zum Trotz selten gefunden und ist kaum bekannt. Er entwickelt sich im Holz alter Kirschbäume und Zwetschgen, meist in anbrüchigen oder beschädigten Ästen, die sonnenexponiert sind. Verbreitet ist der Kirschbaum-Prachtkäfer vor allem in klimatisch begünstigten niedrigen Lagen von 200 bis 500 Höhenmetern. In Hessen sind vor allem alte Funde aus dem 19. Jahrhundert bekannt (Niederungen des Rheins und aus dem hessisch-fränkischen Maingebiet); neuere Funde aus den letzten Jahrzehnten gibt es aus den Bereichen Rheingau, Mittelhessen und Wetterau (z.B. alte Hochstammbestände der Kirschenwiesen Ockstadt).

Lebensräume des prächtigen Käfers sind vor allem extensive Streuobstanlagen mit hochstämmigen, alten Kirschbäumen in wärmebegünstigten Lagen. Gelegentlich zeigt er sich auch an einzelnen hochstämmigen alten, gern an anbrüchigen Kirschbäumen in Gärten, an Waldrändern, entlang von Straßen oder auch im Siedlungsbereich.

Anthaxia candens – so der wissenschaftliche Name - gilt bundesweit als stark gefährdet, in einzelnen Bundesländern auch bereits als ausgestorben. Die Art ist gesetzlich besonders geschützt. Sein Überleben ist jedoch nur möglich durch Erhaltung und Förderung hochstämmiger Kirschbäume, z.B. in Obstwiesen. Alte anbrüchige Obstbäume sollten geschont und erhalten werden.

Ein schöner Fund, den wir dem ökologischen Engagement der Finderin zu verdanken haben: denn als vor einigen Jahren in ihrem Garten ein alter Zwetschgenbaum von Früchten übervoll behangen zusammenbrach, ließ Iris B. den ca. 4 m hohen Stamm als Totholz für Wildbienen und andere Insekten stehen. Das hat sich gelohnt - bestimmt nicht nur für den Kirschbaum-Prachtkäfer!

„Neue Chance für die seltene Heide-Wicke“

NABU, BVNH und Botanischer Garten Frankfurt bringen vom Aussterben bedrohte Pflanzenart zurück in den Spessart

Foto: Klaus Hemm vom BVNH

Im März 2018 war es soweit, freuen sich die Biologen Sibylle Winkel, Klaus Hemm und Uwe Barth. Eine der seltensten Pflanzenarten Hessens kehrte in ihr angestammtes Areal zurück. 40 Jungpflanzen der „Heide-Wicke (Vicia orobus)“ - eine bereits in Hessen als ausgestorben geglaubte Art - wurden an zwei ausgewählten Standorten im hessischen Spessart ausgepflanzt. Die Pflanzen waren zuvor im Botanischen Garten der Stadt Frankfurt im Rahmen eines Artenschutzprojektes ausgesät und angezogen worden. Einst waren über 20 Einzelvorkommen der Art im hessischen und bayerischen Spessart in einem zusammenhängenden Band bekannt. Dieses Band erstreckte sich auf einer Länge von rund 30 km von Bad Orb im Norden bis Lohr und Rechtenbach im Süden. Von diesen Vorkommen sind heute noch drei Standorte erhalten. Insgesamt betrug der Populationsverlust über 80%. Nun erhält die Heide-Wicke eine neue Chance.

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Der NABU Kreisverband Main-Kinzig startet eine große Mitgliederwerbeaktion. Unterstützer für lokale Natur-und Artenschutzprojekte gesucht.

Foto: NABU MKK e.V.

Eine große Werbeaktion für neue Mitglieder startete der NABU am Montag, dem 19.Februar 2018 im Main-Kinzig-Kreis. Natur- und Artenschutz braucht dringend Unterstützung“. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit sind der Schutz und die Erhaltung von Streuobstwiesen, der weitere Ausbau der Kindergruppenarbeit und der Umweltbildung“, sagte der Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes, Franz-Josef Jobst. Zudem wolle der NABU seine bereits erfolgreichen Artenschutzprojekte fortsetzen und weiter ausbauen. Als Beispiel nannte der NABU-Vorsitzende den Schutz bedrohter Arten wie der vom Aussterben bedrohten Kreuzotter und der Insekten.

Durch beharrliches Engagement der NABU-Ehrenamtlichen konnten in den letzten Jahren etliche Naturschutzerfolge erzielt werden. So wurden z. B. ehemalige Fischteiche gekauft und renaturiert. Nun laichen dort wieder Frösche und Kröten und Libellen legen ihre Eier ab. Wiesen- und Ackerflächen wurden erworben und darauf die Bewirtschaftung so gestaltet, dass dort wieder Blumen blühen und seltene Insekten Nahrung finden. Ein weiteres deutliches Beispiel für bemerkenswerte Naturschutzerfolge sind die Aktivitäten des NABU-Arbeitskreises Wasseramsel. Durch das Anbringen von Spezialnistkästen und deren Betreuung sei die Wasseramsel, welche so gut wie keine natürlichen Nistmöglichkeiten mehr findet, im Kreis gerettet worden.

Um den zunehmenden Aufgaben auch zukünftig gewachsen zu sein, braucht der Naturschutzbund NABU weitere Unterstützung aus der Bevölkerung. Deshalb soll eine große Werbeaktion helfen, die Zahl der Unterstützer/-innen zu vergrößern.

Franz-Josef Jobst, Vorsitzender des NABU Kreisverband Main-Kinzig, stellte am Montag, 19.02.2018, in Schlüchtern das Werbeteam vor, das in den kommenden Wochen die Bürgerinnen und Bürger über die Anliegen des NABU informiert. In der kommenden Woche wird zunächst in Schlüchtern, Steinau und Sinntal auf die vielfältigen Arbeiten und Aufgaben des NABU aufmerksam gemacht. Anschließend geht es weiter durch den ganzen Main-Kinzig-Kreis. Bei dem Team, das für den NABU unterwegs ist, handelt es sich um Studenten, die sich bei einer vom NABU beauftragten Agentur beworben haben, um für eine gemeinnützige Organisation wie den NABU Mitglieder zu gewinnen. Die Studenten sind an ihrer Kleidung mit dem NABU-Logo und dem mitgeführten Werberausweis erkennbar. Es wird freundlich darauf hingewiesen, dass die Teams vor Ort kein Bargeld annehmen dürfen.

Für Fragen zur Mitgliederkampagne ist der Kreisverband unter der Rufnummer 0173/7218670 (Franz-Josef Jobst) zu erreichen. Auch die jeweiligen Vorsitzenden in den NABU-Gruppen stehen gerne für weitere Erläuterungen und die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

NABU renaturiert Teichanlage

Verbauungen abreißen und für den Transport zusammentragen

Am nordöstlichen Rand des hessischen Spessarts entwickelt der NABU Main-Kinzig ein neues Schutzgebiet. In einem umfangreichen Projekt renaturieren wir eine aufgegebene, völlig verbaute Fischteichanlage und stellen naturnahe große und kleine Wasserflächen sowie Sumpfzonen her. Das verfallene Teichgelände umfasst eine Gesamtfläche von rund 9.700 qm. Neben drei kleinen ehemals als Forellenteiche genutzten Gewässern liegen zwei größere „Karpfenteiche“ im Gebiet. Die naturfern verbauten Teiche werden in mehreren Bauabschnitten in ein Paradies für Amphibien, Biber, Eisvogel, Libellen und seltene Kleinfische umgewandelt. Auch eine verbaute Quelle wird renaturiert.

Das mehrjährige Projekt hat dank zahlreicher Helfer bereits große Fortschritte gemacht. Wir danken den Aktiven sehr herzlich! Tier- und Pflanzenwelt reagieren auf die Renaturierung sehr positiv.

Hier ein Zwischenbericht als pdf



NABU-MKK freut sich über Umweltpreis - NABU-Gruppe Mernes ist verdienter Preisträger!
Der Kreisverband des Naturschutzbundes gratuliert der NABU-Ortsgruppe Mernes zum Umweltpreis 2017. Der Umweltpreis, der mit 5.000,- Euro dotiert ist, geht 2017 zu gleichen Teilen an das Erste Hessische Jugendwaldheim Hasselroth und die NABU-Ortsgruppe Mernes. Das Führungsduo des NABU MKK Franz-Josef Jobst und Sibylle Winkel bewertet die Arbeit der Gruppe Mernes als vorbildhaft und richtungsweisend für den gesamten Main-Kinzig-Kreis.

"Über den Umweltpreis 2017 des Main-Kinzig-Kreises haben wir uns sehr gefreut“, erklären die beiden Vorsitzenden des NABU-Kreisverbandes Main-Kinzig Franz Josef Jobst und Sibylle Winkel anlässlich einer Vorstandssitzung.

Die NABU-Gruppe Mernes und ihr Führungsteam um Reiner Ziegler leisten schon seit Jahrzehnten eine herausragende Arbeit für den Natur- und Artenschutz, die vorbildhaft und richtungsweisend für den gesamten Main-Kinzig-Kreis ist, so die beiden NABU-Vorstände.

Mit über 420 passiven und aktiven Mitgliedern ist der NABU-Mernes eine der größeren und besonders aktiven Naturschutzgruppen im Kreisgebiet. Entsprechend vielfältig sind auch die Aufgaben, die sich die Ortsgruppe schultert.

"Der Erfolg des NABU-Mernes hat viele Väter und Mütter," bestätigt das NABU-Führungs-Duo Jobst und Winkel. Immer wieder neue Ideen und Aktionen begeistern nicht nur die NABU-Mitglieder, sondern die gesamte Dorfgemeinschaft in Mernes.

Neben einer aktiven Kinder- und Jugendarbeit steht der Arten- und Biotopschutz regelmäßig auf dem Arbeitsprogramm der Naturschützer in Mernes, darunter Schutzprojekte und Aktionen für Mauersegler und Schwalben, Fledermäuse, Wildbienen und gefährdete Pflanzenarten. Neuerdings engagiert sich die Gruppe gemeinsam mit dem Arbeitskreis Reptilienschutz des NABU-Kreisverbandes für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Kreuzotter im hessischen Spessart.

Beispielhaft ist auch das Schaugelände des NABU-Mernes am Ortsrand mit Naturgarten-Elementen, Trockenmauern, kleinen Teichen und vielem mehr.

Überregionale Bedeutung erhält die Arbeit der Naturschützer beim Erhalt und Schutz des FFH-Gebietes „Wacholderheiden im Jossatal“, das den Einheimischen als „Stacken“ bekannt ist. Gemeinsam mit den Landfrauen aus Mernes und anderen Akteuren ist es dem NABU-Mernes mit großem ehrenamtlichem Engagement gelungen, das Landschaftsbild einer historischen Wachholderheide zu erhalten und so einen vom Aussterben bedrohten Lebensraum zu revitalisieren.

Damit ist die NABU-Gruppe fester Bestandteil in Mernes und in der Stadt Bad-Soden-Salmünster und ein hervorragendes Aushängeschild für den gesamten NABU im Main-Kinzig-Kreis.

"Wir danken dem NABU-Mernes für die hervorragende Arbeit der letzten Jahre“, so Franz Josef Jobst, "und hoffen, dass die Ortsgruppe den eingeschlagenen erfolgreichen Weg konsequent weiter beschreitet."

"Reiner Ziegler und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter haben viel erreicht und wir freuen uns über das entgegengebrachte Vertrauen vieler Menschen", das jetzt mit einem Umweltpreis belohnt wurde“, sagt Sibylle Winkel abschließend, "sich auf dem Erreichten ausruhen ist aber nicht drin. Denn Artensterben und Landschaftsverbrauch schreiten fort und der Klimawandel erinnert uns fast täglich daran, dass entschlossenes Handeln regional wie auch weltweit immer wichtiger wird."


Neue Hoffnung für die Kreuzotter

Auszeichnung und Spendenübergabe bei EDEKA Habig in Bad Orb mit Luca Kuprian (NABU), Manfred Habig,Sibylle Winkel (NABU), Roland Metzner (EDEKA Südwest), Lutz Laemmerhold (NatureLife-International) und Bürgermeister Roland Weiß. (Foto: Detlef Möbius)

NABU MKK und EDEKA machen sich gemeinsam stark für das traditionelle Charaktertier des Spessarts.

Früher war der Spessart ein Stammland der Kreuzotter (Vipera berus). Zwar war sie nirgends häufig, kam aber doch verbreitet vor. Mit der starken Veränderung unserer Landschaft durch den Menschen und die intensive Nutzung bis in die letzten Rückzugsräume hat sich das dramatisch geändert – nun steht die Kreuzotter in ihrem traditionellen Verbreitungsgebiet Hochspessart vor dem Aussterben. Und als giftige Schlange, die sie nun einmal ist, hat sie keine große Lobby…

Der NABU Main-Kinzig hat ein Kreuzotter-Schutzprojekt zur Rettung der letzten Bestände ins Leben gerufen und zusammen mit der regionalen Landwirtschaft, den Kommunen, der Kreisverwaltung und dem Forst eine umfangreiche Rettungsoffensive gestartet. Intensiv kümmert sich der Arbeitskreis Reptilien und Amphibien um Sprecher Olaf Homeier darum, Lebensräume zu pflegen und durch gezielte Strukturverbesserungen aufzuwerten.

Nun hat das Projekt weitere Unterstützung gefunden: EDEKA Südwest und die Stiftung NatureLife International zeichneten das Kreuzotter-Schutzprojekt des NABU MKK im Rahmen eines Wettbewerbs für herausragende Naturschutzprojekte aus. Das Unternehmen EDEKA Habig in Bad Orb übernahm eine Patenschaft für das Projekt „Schutz und Förderung der Kreuzotter im Spessart“. Die gespendete Fördersumme von 2.000.- Euro wird zu 100% für das Projekt verwendet. Die Unterstützung macht Mut – neue Hoffnung für die Kreuzotter.


Für Fragen:
Olaf Homeier (Leiter AK Amphibien und Reptilien) 0163 4689 528 oder o.homeier@nabu-mkk.de und Dipl. Biol. Sibylle Winkel (2. Vorsitzende) 0173 3751580 s.winkel@nabu-mkk.de

Dorngrasmücken, Neuntöter und Milane

Bildmitte: Karl Seyler

Mehr als 50 Jahre lang führte Karl Seyler aus Linsengericht-Eidengesäß für den NABU Main-Kinzig sach- und fachkundig eine Vielzahl von Vogelstimmenwanderungen durch und brachte damit zahlreichen Naturinteressierten die heimische Vogelwelt näher. Als Mitbegründer des NABU-Kreisverbandes wirkte er über 43 Jahre im Vorstand.

Am Pfingstmontag leitete der bald 80jährige Karl Seyler letztmals, altersbedingt, eine seiner beliebten Rundtouren durch die Gründauer Gemarkung mit Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Mittel-Gründau. Auf der etwa eineinhalbstündigen Tour konnten mehr als 40 Vogelarten beobachtet und deren Stimmen vernommen werden. Darunter diverse Grasmückenarten, Neuntöter, Rot- und Schwarzmilane, Kolkraben und verschiedene Spechte.

Michael Ziegler, Abteilungsleiter Vogelschutz der Freiwilligen Feuerwehr Mittel-Gründau, dankte dem bald 80jährigen Karl Seyler herzlich für sein jahrelanges Engagement. Für den Freundeskreis aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis und Unterfranken, der Seylers Vogelstimmenwanderungen schon viele Jahre begleitet, trug Wolfgang Friebel die Dankesworte in Gedichtform vor. Als kleine „Anerkennung“ für weit über 700 Vogelstimmenwanderungen, die Seyler in den zurückliegenden 55 Jahren leitete, bekam er von seinem „Fanclub“ eine kleine Auswahl Gerstensaft. Seine Frau Irmhild einen Strauß Wiesenblumen frisch aus dem Kahlgrund. Friebel betonte abschließend, dass Seyler sein Augenmerk nicht nur auf Vogelstimmen legte, sondern stets auch auf bedenkliche Veränderungen in der Umwelt und das damit verbundene Verschwinden zahlreicher Vogelarten hinwies.

Mit einem gemütlichen Beisammensein mit viel Fachgesimpel und Erinnerungen – was haben wir denn schon alles für Vögel in Mittel-Gründau gesehen? – endete die für Natur- und Vogelfreunde stets interessante Ära der Vogelstimmenwanderungen mit Karl Seyler, der weiterhin Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe in seinem Heimatort Eidengesäß ist.

Reptil des Jahres beim NABU in guten Händen

Foto: Michael Homeier : Paarungsbiss

Der NABU MKK bietet der Blindschleiche sichere Lebensräume.

Wie alle einheimischen Amphibien und Reptilien ist die Blindschleiche zwar besonders geschützt, aber durch fortschreitenden Siedlungs- und Straßenbau sowie eine immer intensivere Landwirtschaft vom Verlust ihrer Lebensräume bedroht. Oft zeugen nur die auf Straßen überfahrenen Blindschleichen von den versteckt am Boden lebenden Reptilien, berichtet die Biologin Sibylle Winkel vom NABU Kreisverband Main-Kinzig.

Der erste Eindruck täuscht: Mit ihrem langen beinlosen Körper sieht die Blindschleiche fast wie eine Schlange aus – ist aber eine Echse. Ebenso täuscht der Name: denn blind sind Blindschleichen auch nicht, weiß Olaf Homeier vom NABU Arbeitskreis Reptilien und Amphibien. Denn das Wort „blind“ im Namen der Tiere stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutete soviel wie blinken oder blenden. Blindschleichen sind leicht zerbrechliche Wesen. Ein unbedachter Griff und die mühelos zu fangenden Tiere brechen entzwei. Während sich das längere Ende hastig davonschlängelt, verbleibt das kürzere heftig zappelnd in der geschlossenen Hand. Mit diesem Trick gelingt es in Gefahr geratenen Blindschleichen oftmals, ihre Feinde zu verwirren und ihnen zu entkommen. Möglich wird dies durch mehrere Sollbruchstellen, die es den Tieren erlauben, den Schwanz abzuwerfen. Dieser wächst alsbald wieder nach; allerdings nur als verkürzter, kugeliger Stumpf.
Zerbrechliches Reptil

Die Zerbrechlichkeit der Blindschleiche deutet sich bereits in ihrem wissenschaftlichen Gattungsnamen an: Anguis fragilis bedeutet „zerbrechliche Schlange“. Auch dieser Name führt in die Irre: mit ihrem beinlosen, langgestreckten Körper sieht die Blindschleiche einer Schlange zwar täuschend ähnlich, doch in Wirklichkeit zählt sie zu den Echsen, so Biologin Winkel. Die Blindschleiche ist genügsam und findet sich in vielen Landschaftstypen zurecht. Zwar bevorzugt sie Heidegebiete, Moore und Laubwälder; aber sie fühlt sich auch auf Wiesen und Brachen, in Parks und naturnahen Gärten wohl. Man findet sie an Wegrändern und Bahndämmen, unter Hecken und Steinen, im Laub und sogar im Komposthaufen. In Hessen wie auch im Main-Kinzig-Kreis kann die Art daher noch fast überall – wenn auch nicht häufig – gefunden werden, freut sich Reptilienexperte Olaf Homeier. Sozialverhalten und Raumnutzung der Blindschleiche liegen noch weitgehend im Dunkeln. Das liegt auch an ihrer heimlichen Lebensweise. Denn die harmlose Echse hat ihren Feinden wenig entgegenzusetzen – sie beißt nicht einmal richtig. Stattdessen setzt sie auf Tarnung und ein Leben im Verborgenen. Tagsüber versteckt sie sich meist. Auf die Jagd geht sie in der Abenddämmerung und in den frühen Morgenstunden. Leibspeise der Blindschleiche sind Regenwürmer, Nacktschnecken und unbehaarte Raupen.
Ringkampf um die Weibchen

Den Winter verbringen Blindschleichen in frostsicheren Erdlöchern, wo Gruppen von 5 bis 30 Tieren in Kältestarre auf den Frühling warten. Erst Anfang April wagen sie sich wieder ins Freie. In ritualisierten Kämpfen ringen die Männchen um die Weibchen, versuchen den Gegner zu Boden zu drücken, ihn fest zu umschlingen und zu beißen. Hat das Männchen ein Weibchen erobert, verbeißt es sich in dessen Nacken oder den Rücken bis zur Schwanzwurzel und paart sich mit ihm in einem mehrstündigen Kopulationsakt. Die befruchteten Eier trägt das Weibchen rund 14 Wochen aus; sobald die acht bis zwölf Jungtiere voll entwickelt sind, kommen sie in einer transparenten Membran zur Welt, die sie sogleich durchstoßen. Die Zahl ihrer Fressfeinde ist groß. Blindschleichen stehen auf dem Speiseplan zahlreicher Vogelarten, werden gejagt von Säugetieren wie Igel, Dachs, Fuchs, Marder und neuerdings auch Waschbär und Marderhund. In Siedlungsgebieten stellen ihnen Hunde, Katzen und selbst Hühner nach, bedauern Sibylle Winkel und Olaf Homeier. Der größte Feind der Blindschleiche ist allerdings der Mensch, der ihren Lebensraum mit intensiver Land- und Forstwirtschaft zerstört, ihre Bestände durch das Ausbringen von Pestiziden und Schneckenkorn dezimiert und sie aus Ekel oder Unwissenheit oft einfach tötet. In mehreren Bundesländern steht die Schleiche inzwischen auf der Vorwarnliste oder gilt als gefährdet.
Schutz von Reptilien durch Flächenkauf

Im Main-Kinzig-Kreis hat der NABU in den vergangenen Jahren eine Reihe von Flächen erworben, auf denen verschiedene gefährdete Reptilien wie auch die Blindschleiche besonderen Schutz genießen, so beispielsweise auf dem Sillberg bei Hintersteinau, im Ahlersbachtal bei Bellings und in Pfaffenhausen im Jossgrund. Weitere Flächen sollen erworben werden, um in immer einheitlicher werdenden Landschaften strukturreiche Gebiete für die Artenvielfalt zu erhalten, erklärt Sibylle Winkel. Um Reptilien zu fördern und zu erhalten, werden in den NABU-Schutzgebieten spezielle Schutzmaßnahmen ergriffen. Frostfreie Winterverstecke und Waschbärsichere Jungtierhabitate werden angelegt. Wiesen und Weiden werden ohne Pestizide und Schneckenkorn ökologisch bewirtschaftet, um das Überleben vieler Reptilien und auch der Blindschleiche zu sichern.
Fachliche Fragen beantworten:
Dipl. Biol. Sibylle Winkel 0173 3751580 und Olaf Homeier 0163 4689 528
Da Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten aufwändig sind und auch Schutzgebietsflächen erworben werden sollen, hat der NABU ein Spendenkonto eingerichtet:
NABU KV Main-Kinzig
Bankverbindung: Frankfurter Volksbank
IBAN: DE73 5019 0000 6401 5064 44 BIC: FFVBDEFF
Als Verwendungszweck angeben: Reptil des Jahres

Umweltlotterie GENAU fördert NABU-Projekt im Spessart für mehr Artenvielfalt


Hier ist es im Frühling noch zu hören; das leise Zirpen der Feldgrille.

Große Freude herrscht beim NABU Main-Kinzig! Aus Überschussmitteln der Umweltlotterie GENAU wird ein Projekt des NABU Kreisverband Main-Kinzig im Jossgrund gefördert. Der "Lotto-Gewinn“ ermöglicht den Erwerb einer ökologisch besonders wertvollen Fläche. Von den geplanten Natur- und Artenschutzmaßnahmen zur Pflege eines Wiesen- und Magerrasen-Biotops im hessischen Spessart profitieren nicht nur verschiedene geschützte Vogelarten wie Neuntöter und Raubwürger, sondern auch zahlreiche Amphibien- und Reptilienarten. Mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen, zu dem die Schafbeweidung ebenso zählt wie die Anlage von Winterverstecken für Reptilien, möchte der NABU eine sechs Hektar große Fläche ökologisch aufwerten und dem Verlust an Arten entgegenwirken. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Hessischen Biodiversitätsstrategie im Main-Kinzig-Kreis.

Emys-Update und Ausblick 2017

Foto: Sibylle Winkel

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen, Kollegen und Unterstützer der hessischen AG Sumpfschildkröte,

vor allem krankheitsbedingt haben wir im vergangenen Jahr nur wenig von uns hören lassen. Trotzdem wurde die Arbeit in allen wichtigen Projektbereichen fortgesetzt, so dass wir erfreulicherweise viel Positives berichten können:


Probleme bei der Nachzucht sind überwunden

Die Engpässe bei der Nach- und Aufzucht unserer Jungtiere sind nun endgültig überwunden. Noch vor einigen Jahren mussten wir über Probleme und Engstellen bei der Nach- und Aufzucht berichten. In den vergangenen beiden Jahren konnten wir erfolgreich gegensteuern und sowohl die Aufzucht wie auch die Nachzucht optimieren und auf deutlich mehr Schultern verteilen. Danke an alle, die sich daran beteiligt haben!


Auswilderungen 2015 und 2016

Mit über 90 ausgewilderten Jungtieren sowie einigen Fundtieren konnten wir 2015 und 2016 so viele Sumpfschildkröten wie nie zuvor in hessische Gewässer entlassen. Gegenüber den Vorjahren war dies eine deutliche Steigerung. Hierfür noch einmal einen herzlichen Dank an unsere Züchter und Halter, den Zoo Frankfurt und den Opel-Zoo in Kronberg und die zahlreichen Helferinnen und Helfer rund um die Aufzucht und Wiederansiedlung. Da sich aus den Vorjahren noch über 150 Tiere in der „Aufzucht-Warteschleife“ befinden und ihrem Auswilderungsgewicht von > 100 Gramm „entgegen wachsen“, können wir auch 2017 mit einem guten Ergebnis rechnen. Nach einem kühlen und verregneten Frühjahr und Frühsommer 2016 waren die Wachstumsfortschritte unserer Jungtiere 2016 eher bescheiden. Tiere, die in „normalen Jahren“ ihr Auswilderungsgewicht von 100 g gut erreichen können, blieben in diesem Jahr unter der Schwelle und mussten erneut überwintert werden. Vielleicht wollten einige angesichts dieses Sommers einfach noch nicht raus. Da unsere Überwinterungsverluste aber mittlerweile fast gegen Null gehen, können diese Tiere ab Mai ins Freiland entlassen werden. Insgesamt können wir 2017 mit deutlich über 50 auswilderungsfähigen Nachzuchttieren rechnen. Die Schwerpunkte der Emys-Auswilderung liegen wie auch in den vergangenen Jahren wieder in Bereich von Nidda und Nidder (Nidderauen von Stockheim und renaturierte Nidda bei Bad Vilbel) sowie im NSG und FFH-Gebiet Kühkopf-Knoblochaue (Schusterwörther Altrhein) und im Bereich des Reinheimer Teiches. Erstmals wurde eine größere Anzahl an Tieren in der „Alten Fulda bei Blankenheim“ (renaturierter Fulda-Abschnitt im Kreis Hersfeld-Rotenburg) ausgewildert. Die Gestaltung der vor einigen Jahren durchgeführten Renaturierung der dortigen Fulda-Aue berücksichtigte die Lebensraumansprüche der Sumpfschildkröte in besonders gelungener Weise. Mit reichlich Unterstützung von Naturschutzbehörden, der vor Ort tätigen Landwirtsfamilie, Hessen-Forst und zahlreicher ehrenamtlicher Naturschützerinnen und Naturschützer konnten am 16. Juli 2015 und ebenso ca. ein Jahr später insgesamt mehr als ein Dutzend junge Sumpfschildkröten in der Fuldaaue in die Freiheit entlassen werden. Einige allochthone Fundtiere wurden zudem wieder in das Enkheimer Ried umgesiedelt. Unsere Überlegungen, eine erste Emys-Vorhut im Bereich des FFH-Gebietes „Lampertheimer Altrhein“ auszubringen, scheiterten im Sommer 2015 an dem viel zu geringen Wasserstand. Unter besseren Bedingungen konnte im August 2016 ein erstes Tier hier ausgewildert werden. Es soll die Vorhut für weitere künftige Auswilderungs-Generationen bilden. Damit wurden und werden inzwischen Tiere an 10 Standorten bzw. Gewässersystemen (mehrheitlich Naturschutz- und Natura 2000-Gebiete) ausgebracht.


Fundtiermanagement

Positiv entwickelt hat sich auch das Fundtiermanagement im hessischen Artenschutzprogramm Sumpfschildkröte. Während in den Anfangsjahren überwiegend hessische und nur wenige „außerhessische“ Fundtiere dem Projekt zugetragen wurden, haben sich in den letzten Jahren die Zugänge aus anderen Bundesländern verstärkt. Über „Mund zu Mund-Propaganda“ und vor allem Dank Internet und zahlreicher Medienbeiträge über das hessische Emys-Projekt werden uns mittler¬weile Sumpfschildkröten meist unter Vermittlung der zuständigen Behörden aus dem gesamten Bundesgebiet übergeben. So erreichten uns in den Jahren 2015 und 2016 junge und ältere Fundtiere aus NRW, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern.


Abgabetiere

Hinzu kommen gelegentlich auch Abgabetiere aus Privathaltungen, deren Besitzer die Tiere nicht mehr halten können oder wollen. Der Aufwand für jedes dieser Tiere ist sehr hoch. Im Regelfall müssen vor der Übernahme erst Genehmigungen der jeweils zuständigen Behörden erteilt werden, was viele Beratungsgespräche und Schriftwechsel voraussetzt. Es folgen dann oft aufwändige Transporte, teilweise tierärztliche Untersuchungen, Haplotypen-Tests sowie Transponder-Markierungen und schließlich die Auswilderung, falls das jeweilige Tier gesund ist und morphologisch und genetisch in das Programm passt. Wäre unser Artenschutzprogramm nicht grundsätzlich ehrenamtlich ausgerichtet, kämen so für jedes Tier recht schnell mehrere hundert Euro an Kosten zusammen. Doch auch bei einem ehrenamtlich strukturierten Projekt kommen schnell hohe Kosten zusammen, die alleine aus Spenden kaum gedeckt werden können.


Schutzgebietsmanagement

Hessen ist das zweite Bundesland, das zum Jahresende 2016 den Abschluss der FFH-Maßnahmenplanung melden konnte. Damit liegen für alle FFH-Gebiete und ihre Zielarten in Hessen konkrete Maßnahmenplanungen vor. Es war daher in den vergangenen zwei Jahren einer unserer Aufgabenschwerpunkte, die notwendigen Emys-Schutzmaßnahmen in den jeweiligen Gebieten möglichst konkret und flächenscharf abzustimmen und in den Plänen zu verankern. Es wird jetzt die Aufgabe der kommenden Jahre sein, die Umsetzung der Schutzmaßnahmen voranzubringen und fachlich zu begleiten.


Interessante Einzelinfos

Totfund bei Dorndiel

Am 26. Juni 2015 meldete uns Herr Schlinger aus Dorndiel einen Emys-Totfund an einer Landstraße nahe dem Naturschutzgebiet „Bruchwiesen bei Dorndiel“. Die Überprüfung vor Ort ergab, dass es sich bei dem überfahrenen Tier um ein trächtiges, Eier führendes Weibchen handelte, das sich offenbar auf dem Weg zum Eiablageplatz befand. Die Reste des Tieres wurden zunächst eingefroren und dann getestet. Aufgrund einer langen Wartezeit auf die Laboranalyse mussten wir uns recht lange gedulden, bis wir schließlich erfuhren: das Tier hat den Haplotyp IIa. Es zeigt sich wieder einmal, dass neben der Prädation durch Waschbär & Co der Straßenverkehr einen erheblichen Aderlass für unsere Freilandpopulationen darstellt.


Funde aus der Römer- und Keltenzeit

Nicht weniger interessant war ein Besuch bei den hessischen Landes-Archäologen in der Außenstelle Darmstadt bereits im Spätwinter 2015. Wir bekamen dort Informationen über aktuelle Ausgrabungsergebnisse aus dem hessischen Ried und der Untermain-Region bei Hanau. Demnach konnten bei Ausgrabungen von keltischen und römischen Fundstätten an beiden Standorten auch Panzer von Sumpfschildkröten gefunden werden. Die gefundenen Panzer (teils komplett, teils Bruchstücke) stammten von Tieren unterschiedlicher Größe und von beiden Geschlechtern. Die Fundortdichte legt den Schluss nahe, dass die Art vor rund 2000 Jahren an den erwähnten südhessischen Standorten nicht allzu selten war. Sobald die geplante Veröffentlichung der Funde erfolgt ist, werden wir Euch / Sie weiter informieren.


Wiederfund einer „Ministerinnen-Kröte“

Der Fund eines Jungen Weibchens am Rande des FFH- und Naturschutzgebietes Kühkopf-Knoblochsaue im Frühsommer 2016 und der prompte Anruf von Förster Ralf Baumgärtel erweckte sofort unsere Aufmerksamkeit. Da Eiablagezeit war, wurde das Tier auf unsere Bitte hin sofort in eine ruhige und dunkle Kiste mit Erdsubstrat in einen Nebenraum des Naturschutzzentrums Kühkopf gesetzt. Nur einen Tag später konnten wir nicht nur das junge Weibchen sondern auch 9 frisch gelegte Eier abholen. Und der Vorgang sollte für uns weitere positive Überraschungen bringen… Die Transponderkennung zeigte uns: Das Tier war im Sommer 2009 von uns gemeinsam mit der damaligen hessischen Umweltministerin Silke Lautenschläger am Kühkopf ausgewildert worden. Es dürfte sich um die erste Eiablage des Tieres gehandelt haben. Alle Eier stellten sich als befruchtet heraus.


„Seven of Nine“

Wie uns Rudolf Wicker zwischenzeitlich mitteilte, wurden aus den 9 befruchteten Eiern schließlich 7 kräftige Jungschildkröten in ihre erste Überwinterung gebracht. Wir hoffen, dass wir die meisten dieser Tier in ca. 3 Jahren wieder in ihre neue/alte Heimat bringen können – dann bereits als 2. Generation.


Die obligatorische Bitte zum Schluss!

Da Emys orbicularis als europäisch geschützte Art der FFH-RL einer regelmäßigen Monitoring-Verpflichtung gegenüber der EU-Kommission (FFH Artikel 17-Bericht) und alle hessischen Emys-Vorkommen einem „Total-Zensus“ unterliegen, sind alle Beobachtungen von Sumpfschildkröten – auch in unseren Wiederansiedlungsgebieten – von großer Bedeutung. Wir bitten Euch daher, uns über alle Funde und Sichtbeobachtungen und Hinweise per Telefon oder E-Mail (Wer, wann, wo, wie viele? und ggf. auch Infos, ob Alt- oder Jungtiere?) zu informieren, damit wir diese Beobachtungen und Daten zusammenführen und auswerten können. Von Interesse sind natürlich auch Funde und Beobachtungen aus der Vergangenheit und insbesondere den Jahren 2015 und 2016 – alles natürlich nun auch an der Alten Fulda bei Blankenheim.


weiter zur AG Sumpfschildkröte


Für Rückfragen stehen wir Ihnen / Euch gerne zur Verfügung.
Sibylle Winkel 0173 3751580 und Matthias Kuprian 0152 57929495
Ein ehrenamtlich getragenes Projekt ist auf Spenden und Förderung angewiesen!
Unser Spendenkonto beim NABU KV MKK:
NABU KV Main-Kinzig

Bankverbindung: Frankfurter Volksbank
IBAN: DE73 5019 0000 6401 5064 44 BIC: FFVBDEFF
BLZ: 501 900 00 Konto-Nr.: 6401506444
Als Verwendungszweck angeben: AG Sumpfschildkröte

Artenschutz für aussterbende Reptilien und Amphibien


NABU, AGAR und Hessen-Forst helfen bedrohten Amphibien und Reptilien im Kinzigtal mit unkonventionellen Maßnahmen

Foto: NABU Steinau e.V.

Die heimischen Amphibien- und Reptilienarten sind durch den Verlust ihrer natürlichen Lebensräume bedroht. Besonders Reptilien brauchen offene, besonnte Biotope, die am Boden auch noch genügend Kleinstrukturen aufweisen, wo die Tiere Deckung finden. Ein Schlüsselelement in ihrem Lebensraum sind frostsichere, unterirdische Verstecke, in denen sie den Winter überdauern können. Auf Grundlage einer Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz e. V. (AGAR), die zeigte, dass Schlangen zum Überwintern auch unter Straßen verlegte Rohre nutzen, kam Olaf Homeier, selbst AGAR- und NABU-Mitglied, auf eine Idee: Warum sollte man Reptilienbiotope nicht einfach damit aufwerten können, an geeigneter Stelle Betonrohre schrägin den Boden einzulassen? Diese müssen dann nur noch mit einer Drainageschicht, Totholz und Steinen versehen werden und fertig sind die Winterquartiere.


Aus dieser Idee entstand am vergangenen Wochenende unter Leitung von Olaf Homeier und Timo Spaniol ein groß angelegter Pflegeeinsatz, an dem der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) Kreisverband Main-Kinzig mit zahlreichen Helfern, die Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz e. V. (AGAR) und Hessen-Forst Forstamt Schlüchtern als Finanzierungspartner beteiligt waren. Fleißig mit dabei waren auch Flüchtlinge aus Eritrea und Afghanistan, welche sich aktiv für den Erhalt der Natur in ihrer neuen Heimat einsetzen wollten. So wurde aus einer Naturschutzmaßnahme auch gleichzeitig ein soziales Eingliederungsprojekt.


Mit einem Bagger wurden nach dem oben beschriebenen Schema fünf Winterquartiere angelegt und ein Laichgewässer für Amphibien. Das Umfeld der Kriechtierverstecke wurde von den Naturschützern in Handarbeit flächig freigestellt. Der Ort wurde genau ausgesucht: Es handelt sich um eine Gas- und Stromleitungstrasse bei Steinau, eine besonnte Schneise im sonst geschlossenen Wald, auf der bei einer Untersuchung der AGAR bereits mehrere Reptilienarten nachgewiesen wurden, darunter Blindschleiche, Waldeidechse, Zauneidechse, Ringelnatter und Schlingnatter. Auch die in Hessen vom Aussterben bedrohte Kreuzotter soll hier einen neuen Lebensraum finden.


Alle Beteiligten freuen sich über den Synergieeffekt der gemeinsamen Aktion.


Ergebnisse unseres Eisvogelspezialisten Florian Winter über den Eisvogelbestand im Main-Kinzig-Kreis.

Eis-Jungvogel Foto: Florian Winter


Den gesamten Bericht als pdf


Weitere interessante Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Arbeitskreis Eisvogel.


Florian Winter

NABU-MKK Arbeitskreis Eisvogel

e-mail: flowwin@web.de


Dr. Matthias Kuprian

e-mail: m.kuprian@nabu-mkk.de


Rolf Gogné (AK Leiter)

Buchbergstraße 18 - 63486 Bruchköbel


Michael Röth - e-mail: m.roeth@nabu-mkk.de


Vielen Dank für Ihre Mithilfe!
NABU KV Main-Kinzig
Bankverbindung: Frankfurter Volksbank
IBAN: DE73 5019 0000 6401 5064 44 BIC: FFVBDEFF
BLZ: 501 900 00 Konto-Nr.: 6401506444

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Dukatenfalter im Main-Kinzig-Kreis und Südhessen.

Dukatenfalter Foto: Dr. Matthias Sanetra

Der zu den Feuerfaltern zählende Dukatenfalter hat in den letzten zwei Jahrzehnten in vielen Bundesländern erhebliche Bestandseinbußen erlitten. In Hessen wird der Dukatenfalter auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft (RLHe 2). Die aktuelle Situation der Bestände des Dukatenfalters in Südhessen ist als sehr unbefriedigend einzustufen, so dass hier mit dem Aussterben der Art in der nächsten Dekade gerechnet werden muss. Von den fünf Vorkommensgebieten, die noch bis nach 1990 gemeldet wurden (Taunus, Spessart, Mönchbruch bei Mörfelden, Rodgau-Dudenhofen und südlicher Odenwald), ist vielfach unklar, ob diese noch existieren und welche Bestandsgrößen im positiven Fall noch vorhanden sind. Aus diesem Grund hat der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) Kreisverband Bergstraße zum langfristigen Erhalt dieser schönen Tagfalterart in Südhessen ein 2-3 jähriges Projekt initiiert, das von der Stiftung Hessischer Naturschutz (SHN 1069), vom Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald sowie von den NABU Kreisverbänden Bergstraße und Main-Kinzig-Kreis gefördert wird.

Für den Dukatenfalter geht eine große Gefährdung von falsch verstandener Waldrandpflege aus, wodurch natürliche Waldsäume umgestaltet werden. Besonders das Mulchen der Waldwegränder nimmt an vielen Stellen zu. Dies ist aber ökologisch sehr schädlich, da durch das Mulchgerät ein Sog entsteht, der wie ein Staubsauger die Insekten aus der Umgebung absaugt. Zudem entsteht durch das Liegenlassen des Materials ein Düngungseffekt, der die Artenvielfalt der Pflanzen verringert. Besonders schädlich ist das Mulchen in der warmen Jahreszeit. Im Rahmen des Waldnaturschutzes sollte daher das Mulchen für den Erhalt naturnaher Waldränder und auch zum Schutz des Dukatenfalters untersagt werden.


Die Entschlammung zur Revitalisierung des Klesberger Weihers ist nun abgeschlossen

Foto: NABU Steinau

Der Klesberger Weiher verkam in den 1990er Jahren zunehmend zu einem Schlammteich mit Karpfen. Die Tier- und Pflanzenwelt war zu diesem Zeitpunkt wenig Artenreich. Nur anspruchslose Arten, wie z. B. Stockenten und Erdkröten, besiedelten das Gewässer

Der NABU Steinau konnte zum 01.10.1997 bei der Stadt Steinau erreichen, dass der Klesberger Weiher an die Naturschutzorganisation verpachtet wurde. Mit diesem Schritt konnte man nun aktiv die Revitalisierung des Klesberger Weihers angehen. Der Weiher war voll mit Schlamm. Dabei handelte es sich um Erde, welche von angrenzenden Feldern mit den beiden Zuflüssen in den Teich gelangten. Wenn der Schlamm nicht entfernt würde, wäre vermutlich nach weiteren 30-40 Jahren der Teich verschwunden und nur noch eine sumpfige Fläche vorzufinden.

Um langfristig einen Leitfaden für die Maßnahmen und die Entwicklung des Biotopes zu haben, wurde das Büro für Freiraumplanung und Ökologie Mathias Gall beauftragt, ein Entwicklungskonzept Klesberger Weiher zu erstellen. Das Konzept war im November 2004 fertig und im folgenden Winterhalbjahr 2004/2005 wurde das Thema ausbaggern und entfernen des teilweise meterhohen Schlammes angegangen. Aus finanziellen Gründen beschränkte man sich nur auf eine Teilfläche, der Rest sollte zu einem späteren Zeitpunkt ausgebaggert werden. Für 25.000 Euro wurde im Winter Schlamm ausgebaggert und im Frühjahr 2005 wurden seltene Fischarten wie Bitterlinge, Moderlieschen, Schlammpeitzger und Rotfedern eingesetzt. Auch einige Teichmuscheln.

Die Amphibienfauna veränderte sich extrem. Waren vorher nur überwiegend Erdkröten im Teich, konnten nun auch Gras- und Wasserfrösche, Teich- und Bergmolche und seit 2007 auch der seltene Kammmolch nachgewiesen werden. Zu den Stockenten gesellen sich seitdem auch Bleßrallen, Reiherenten, Krickenten und der Zwergtaucher ist regelmäßiger Brutvogel. Unzählige Libellen bezaubern mit ihren vielen Farbvariationen den Betrachter. Seit 2008 befindet sich das Areal im Eigentum des NABU Steinau!


In 2014 wurde nun der restliche Teil des Weihers gemäß dem Konzept vom Planungsbüro Mathias Gall ausgeführt. Kosten in Höhe von 31.500 Euro sind hierfür angefallen.

Foto: NABU Steinau

Wer im Moment die Baustelle betrachtet, kann leicht zu der Überzeugung kommen, dass es doch für die Natur schädlich ist, wenn das komplette Wasser abgelassen wird und der Weiher trocken ist. Aber die Sorge ist unbegründet: Der NABU hatte vor dem entleeren die Fische und Teichmuscheln abgefischt und in einem Teich der Fa. Herzberger sowie in anderen Gewässern des NABU „zwischengelagert“. Und wenn im Frühjahr wieder Wasser in den Teich kommt, wird das Leben im Klesberger Weiher explodieren, werden die Pflanzen und Tiere sich wieder einfinden, die vorher das Gewässer besiedelten. Auch die entnommenen Fische und Muscheln werden wieder eingesetzt. Durch größere Tiefwasserbereiche, eine kleine Insel mit Teichschachtelhalm, welche inmitten des Teiches bleiben wird, und einer insgesamt ausgeweiteten Wasserfläche wird sowohl die Vielfalt an Arten als auch deren Menge erheblich steigen.

Fachliche Fragen beantwortet:
Franz-Josef Jobst, Email: f.jobst@nabu-mkk.de

Gerne können Sie uns auch mit einer Spende unterstützen. Sie erhalten für Ihre Steuererklärung natürlich eine entsprechende Spendenbescheinigung. Bitte das Stichwort Klesberger Weiher vermerken. Danke!

NABU MKK begrüßt das 1000ste Neumitglied

Foto von links: Karl Seyler,
Familie Eich, Franz-Josef Jobst

Zur Zeit läuft im Kreis eine Mitgliederwerbeaktion. In diesem Rahmen waren bis zu 7 Studenten im Bereich der Gemeinden Großkrotzenburg bis Linsengericht unterwegs, um für den Verein zu werben.

Nun konnte der Vorsitzende der NABU-Gruppe Eidengesäß, Karl Seyler, Frau Sigrid Eich aus dem gleichen Ort als Mitglied in der Ortsgruppe begrüßen. Gleichzeitig ist Frau Eich das 1000ste Neumitglied, welches bei der aktuellen Mitgliederwerbung dem NABU die Unterstützung zusagte. Und sie brachte gleich ihre ganze Familie mit zum NABU.

Sigrid Eich: Das was der NABU im Main-Kinzig-Kreis und darüber hinaus für die Natur bewegt, hat mich gleich überzeugt. Ich freue mich, dass ich gemeinsam mit meiner Familie die Arbeit für den Natur- und Artenschutz unterstützen kann. Und unsere Kinder interessieren sich für die regionale Kindergruppe in Großenhausen.

Diese Unterstützung wird laut dem Kreisvorsitzenden Franz-Josef Jobst auch dringend benötigt. Ob für die Anschaffung von Spezialnistkästen für Steinkauz, Wasseramsel und Co. oder für das Ausbaggern von Amphibienteichen – Naturschutz kostet Geld.

Deshalb will der NABU-Kreisverband auch die Mitgliederwerbung fortsetzen.

Der Uhu (Bubo bubo) ist zurück im Main-Kinzig-Kreis

(Foto: NABU )

Viele Jahrtausende hatte er auch in der Region zwischen Maintal und Offenbach im Westen und Schlüchtern im Osten die Lufthoheit inne. Dann geriet er in Konkurrenz mit einem noch größeren Räuber, der ihm fast zum Verhängnis wurde.

Gemeint ist der Uhu, von Vogelkundlern nach seinem markanten nächtlichen Ruf auch Bubo bubo genannt; der mit einer Flügelspannweite von bis zu 168 cm größten Eule der Welt.
Die vermeintliche Nahrungskonkurrenz brachte den nächtlichen Räuber an den Rand der Ausrottung, denn der Uhu frisst neben Mäusen, Ratten, Igeln und Rabenkrähen auch die von Menschen gerne gejagten Feldhasen, Enten, Fasane oder Rebhühner. Das konnten ihm unsere Vorfahren nicht verzeihen. Die Nachstellungen gegenüber dem Uhu waren enorm. Der als schädlich eingestufte Vogel wurde mit Gift und Blei, mit Schlageisen und Fangnetzen systematisch dezimiert. Hinzu kamen die Begehrlichkeiten von Trophäensammlern.

Noch um 1650 soll nach Schätzungen von Ornithologen im damaligen deutschen Verbreitungsgebiet ein Uhubestand von ungefähr 2.500 Paare gelebt haben. Doch bereits für die Jahre 1885 und 1886 wurden allein in Preußen 190 Uhu-Abschüsse dokumentiert. In diesem Zusammenhang ist auch das im Offenbacher Lohwald im November 1841 erlegte Tier zu sehen, das heute noch in der Sammlung des Offenbacher Vereins für Naturkunde im Haus der Stadtgeschichte als trauriges Zeugnis dieser Zeit betrachtet werden kann. Die zahlreichen Nachstellungen führten schließlich in ganz Hessen zur Ausrottung der imposanten Großeule. Das letzte Uhupaar brütete 1910 im nordhessischen Bergland, im Bereich von Schwalm und Eder.

Erst in den 1970er Jahren führten erfolgreiche Bemühungen von Artenschützern des NABU und anderer Naturschutzverbände vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu einer Trendwende. Die erste erfolgreiche Uhubrut auf hessischem Gebiet wurde im Jahr 1977 im Landkreis Limburg-Weilburg dokumentiert. In den Folgejahren breitete sich die Art wieder sukzessive in Hessen aus. Ende der 1990er Jahren begann die Wiederbesiedlung der Wetterau und auch des Main-Kinzig-Kreises. Neuere Erhebungen im Auftrag des Hessischen Umweltministeriums (HMUKLV) und der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland in Frankfurt aus dem Jahr 2012 machten hessenweit an 146 Brutplätzen rufende, balzende oder brütende Uhus aus, wobei insgesamt 229 besetzte und nicht besetzte Uhu-Reviere bekannt sind. „Die Population steigt immer noch an; das freut uns natürlich sehr“, berichten die Biologen Sibylle Winkel und Dr. Matthias Kuprian vom NABU Main-Kinzig, „dabei ist auch von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer auszugehen.“ „Bislang sind im gesamten Main-Kinzig-Kreis insgesamt 6 Uhu-Reviere dokumentiert, die aber nicht alle in jedem Jahr besetzt sind“, ergänzt NABU-Ornithologe Michael Röth. Während die Uhu-Standorte an Felsen und in den Steinbrüchen überwiegend bekannt und dokumentiert sind, gibt es sicher auch im Main-Kinzig-Kreis noch unbekannte Brutstandorte vor allem in den größeren Wäldern.

Sibylle Winkel und Matthias Kuprian bitten daher alle Naturfreunde, Uhu-Beobachtungen und mögliche Brutplätze dem NABU Main-Kinzig zu melden. Die Fundkoordinaten werden an die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zur Komplettierung der hessischen Verbreitungsdaten geliefert. Wichtig ist die Meldung von Uhu-Bruten auch für den Schutz der Art.

Verkehrsopfer am Stadtrand Offenbach
Foto: Sibylle Winkel

Zwar wird der imposante Nachtjäger heutzutage nicht mehr direkt verfolgt, viele Tiere werden aber zu Opfern des Straßenverkehrs oder unbeabsichtigt durch den neuen Volkssport Geocaching beim Brutgeschäft beeinträchtigt. So war beispielsweise der erste Nachweis der Großeule im Stadtgebiet Offenbachs im Frühjahr 2010 nach über 150 Jahren ein Todfund eines Jung-Uhus mit Kopf- und Flügelverletzungen nach einer Kollision mit einem Fahrzeug. Tödliche Kollisionen von Uhus besonders an Schnellstraßen und Autobahnen nehmen in Hessen wie im gesamten Bundesgebiet zu, beklagt Sibylle Winkel. Die zunehmenden tödlichen Zusammenstöße belegen einerseits den Aufbau der Population, sie sind andererseits aber auch ein permanenter Aderlass für die Bestände. Sorgen bereitet dem NABU auch die wachsende Anzahl von Brutstörungen durch Kletterer und Geocacher. Erhebungen der Vogelschutzwarte im Jahr 2012 hatten zum Ergebnis, dass bereits in 62 hessischen Uhu-Revieren Geocacher ihrem Freizeitvergnügen nachgehen – mit stark steigender Tendenz. Vielen Cachern ist dabei nicht klar, dass die moderne Form der Schnitzeljagd die Tiere in Bedrängnis bringen können. Da die Störungen je nach Schwierigkeitsgrad und Lage oft mehrmals täglich und sogar nachts stattfinden und manche Freizeitausübende sogar ihre Hunde in den Uhu-Revieren frei laufen lassen, kann es zu Aufgaben von Bruten und zum Absterben der Eier oder der Jungvögel kommen, erläutert Michael Röth. Der NABU Main-Kinzig unterstützt daher die Bemühungen der Staatlichen Vogelschutzwarte und der hessischen Naturschutzbehörden, Geocache-freie Schutzzonen um die sensiblen Bereiche einzurichten.

Eurlenexperte Udo Seum mit Junguhu
Foto: Sibylle Winkel

Autoren:

Dipl. Biol. Sibylle Winkel, NABU KV Main-Kinzig, Pommernstraße 7, 63069 Offenbach,
Tel.: 069 – 84849185, E-Mail: s.winkel@nabu-mkk.de

Dipl. Biol. Dr. Matthias Kuprian, NABU KV Main-Kinzig, Ringstraße 42, 36396 Steinau,
Mobil: 0173 3751 580, E-Mail: m.kuprian@nabu-mkk.de

Ornithologe Michael Röth, NABU KV Main-Kinzig, E-Mail: m.roeth@nabu-mkk.de

Neustart im Arbeitskreis Eisvogel

(Fotograf: Michael Röth)

Nach mehreren Jahren nur „kommissarischer Leitung“ durch die beiden Vorstandsmitglieder Michael Röth und Matthias Kuprian gelang es jetzt dem NABU Kreisverband Main-Kinzig, Rolf Gogné für die Leitung des Arbeitskreises zu gewinnen.

Rolf Gogné ist nicht nur ein begeisterter Eisvogel-Fan sondern auch Ehrenvorsitzender des NABU Kreisverbandes. Mit Rolf Gogné erhofft sich der Kreisvorstand jetzt einen Neustart des Arbeitskreises und wieder verstärkte Aktivitäten zum Schutz und zur kontinuierlichen Bestandserhebung des „fliegenden Edelsteins“ im Main-Kinzig-Kreis.

Der Eisvogel konnte nach einem Bestandseinbruch infolge mehrerer harter und langer Winter in den vergangenen zwei Jahren wieder einen Bestandszuwachs verzeichnen. Der NABU bittet alle Naturfreunde, Eisvogelbeobachtungen an den NABU Kreisverband zu melden. Bitte verwenden Sie dazu den beigefügten Erhebungsbogen und schicken Sie diesen per E-Mail oder auf dem Postweg an den Arbeitskreis Eisvogel. Erhebungsbogen

Neuer Wasseramselbericht liegt vor

KEIN Pinguin (Foto: Volker Jungbluth)

Mit viel ehrenamtlichem Fleiß haben Horst Basermann und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter den Bericht über die Situation der Wasseramsel im Kreisgebiet für das Jahr 2013 zusammengestellt.

Das positive Ergebnis zuerst: Der Bestand von Cinclus cinclus hat sich weiter erholt. Im vergangenen Jahr haben im gesamt Kreisgebiet 131 Paare gebrütet; zwei Brutpaare mehr als im Jahr zuvor. Der Bestand der Wasseramsel in Kinzig, Jossa, Orb, Salz, Bracht und Sinn befindet sich damit weiterhin in einem günstigen Erhaltungszustand.

Allerdings besteht auch Grund zur Sorge. Gemeinsam mit der Wasseramsel wird auch der Brutbestand der Gebirgsstelze an den Flüssen und Bächen des Main-Kinzig-Kreises ermittelt. Mit nur noch 14 Brutpaaren erreicht diese Art im MKK einen historisch niedrigen Brutbestand. Im Jahr zuvor brüteten noch 22 Paare. Über die Ursachen des Bestandsrückganges herrscht bei den Experten noch Unklarheit. Möglicherweise spielt der lang anhaltende Winter des vergangenen Jahres hier eine Rolle. Die nächsten Jahre müssen zeigen, ob sich der Bestand wieder erholt.

Weitere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt ARBEITSKREISE.

Eine große Aktion zur Gewinnung neuer Mitglieder startet der NABU Kreisverband Main-Kinzig

(Foto: NABU)

„Der Natur- und Artenschutz braucht dringend Unterstützung. Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Erhaltung und Pflege von Streuobstwiesen, die Umweltbildung mit Kindern und Jugendlichen sowie vielfältige Artenschutzmaßnahmen, z. B. für den Storch, Amphibien, Insekten und diverse Singvögel“, sagte Peter Buchgraber, Vorsitzender der NABU Ortsgruppe in Großkrotzenburg. Diese und viele weitere Projekte wolle der NABU fortsetzen und die örtlichen Gruppen auch bei der Jugendarbeit weiter unterstützen, so Franz-Josef Jobst als Koordinator und Ansprechpartner für die Werbeaktion des NABU im Main-Kinzig-Kreis verantwortlich.

Durch den Einsatz der Ehrenamtlichen vor Ort werden viele Projekte umgesetzt: Die Aktiven in den NABU-Gruppen pflegen Streuobstwiesen, kümmern sich um die Renaturierung und Erhaltung von Gewässern, bauen Nisthilfen für bedrohte Vogelarten und informieren in Vorträgen und Exkursionen über die heimische Tier-und Pflanzenwelt. Gleichzeitig werden in Kinder- und Jugendgruppen die Heranwachsenden an die Natur heran geführt. Um den zunehmenden Aufgaben auch zukünftig gewachsen zu sein, braucht der Naturschutzbund NABU weitere Unterstützung aus der Bevölkerung. Deshalb soll eine große Werbeaktion helfen, die Zahl der Unterstützer/-innen zu vergrößern.

Franz-Josef Jobst, Vorsitzender des NABU Kreisverband Main-Kinzig, stellte am Montag, 07.04.2014 in Großkrotzenburg das Werbeteam vor, das in den kommenden Wochen die Bürgerinnen und Bürger über die Anliegen des NABU informiert. In der kommenden Woche wird zunächst in Großkrotzenburg und Hanau auf die vielfältigen Arbeiten und Aufgaben des NABU aufmerksam gemacht. Anschließend geht es weiter durch den ganzen Main-Kinzig-Kreis. Bei dem Team, das für den NABU unterwegs ist, handelt es sich um Studenten, die sich bei einer vom NABU beauftragten Agentur beworben haben, um für eine gemeinnützige Organisation wie den NABU Mitglieder zu gewinnen. Die Studenten sind an ihrer Kleidung mit dem NABU-Logo und dem mitgeführten Werberausweis erkennbar. Es wird freundlich darauf hingewiesen, dass die Teams vor Ort kein Bargeld annehmen dürfen.

Für Fragen zur Mitgliederkampagne ist der Kreisverband unter der Rufnummer 0173/7218670 (Franz-Josef Jobst) zu erreichen. Auch die jeweiligen Vorsitzenden in den NABU-Gruppen stehen gerne für weitere Erläuterungen und die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

Verabschiedung und Ehrung langjähriger Vorstandsmitglieder


Wachwechsel beim NABU Main-Kinzig

v.l.: Herr Jobst, Herr Beck, Herr Seyler, Frau Winkel (Foto: Matthias Kuprian)

v.l.: Herr Jobst, Herr Beck, Herr Seyler, Frau Winkel (Foto: Matthias Kuprian)

„In diesen Tagen verabschiedet der NABU-Kreisverband zwei außerordentlich beliebte und langjährig im Vorstand aktive Mitglieder mit großem Dank und den besten Wünschen in den verdienten Ruhestand“ teilt das Vorstandsduo des NABU-Kreisverbandes - Franz-Josef Jobst und Sibylle Winkel - mit.

Karl Seyler aus Linsengericht-Eidengesäß – wahres „NABU-Urgestein“ im Main-Kinzig Kreis – war 1969 Mitbegründer des Kreisverbandes und seit 43 Jahren als Kassierer tätig. Adolf Beck aus Freigericht-Altenmittlau war seit 2004 als Schriftführer des Kreisverbandes tätig. Mehrere Jahrzehnte leiten beide zudem als Vorsitzende ihre jeweiligen Ortsgruppen. Aus Altersgründen ist es nun leider unumgänglich, etwas kürzer treten zu müssen. Und in beiden Familien freuen sich mehrere Enkel auf mehr freie Zeit mit dem Opa.

Bereits im Rahmen der diesjährigen Delegiertenversammlung des NABU-Kreisverbandes Main-Kinzig am 24.05.2013 waren die beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder formal aus ihren langjährigen Ehrenämtern verabschiedet und geehrt worden.

Sibylle Winkel, stellvertretende Vorsitzende des NABU MKK, würdigte Karl Seyler (Schatzmeister) und Adolf Beck (Schriftführer) in einer Ansprache für ihre langjährige Tätigkeit im Kreisvorstand und vielfältige weitere NABU-Aktivitäten. Der NABU dankte beiden mit je einer NABU-Ehrenurkunde, einem Buchgeschenk sowie einem Gutschein für ein Seminar nach Wahl im NABU-Hofgut Sunder. Beide „NABU-Ruheständler“ erhielten zudem einen eigens aus heimischen Samen angezogenen Speierling-Jungbaum für den Lieblingsplatz im heimischen Garten oder die NABU-Obstwiese.

Ganz abrupt sollte der Abschied der beiden langjährig Vorstands-Aktiven aber nicht stattfinden: Um den Übergang möglichst reibungslos zu gestalten, begleiteten die ausscheidenden Aktiven die „Neuen“ noch ein halbes Jahr mit Rat und Tat und gaben den Nachfolgern – Axel Schmitt als Kassierer, Norbert Weber als Schriftführer - Vieles aus ihrer langjährigen Erfahrung mit auf den Weg. Auch nun werden sich beide nicht ganz ins Privatleben zurückziehen, sondern dem NABU in ihren Ortsgruppen Eidengesäß und Altenmittlau auch weiterhin in verantwortlicher Funktion treu bleiben. Auch in den kreisweiten Arbeitskreisen des NABU MKK wollen beide weiterhin mitarbeiten.

„Wir danken Karl Seyler und Adolf Beck sehr herzlich für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement und freuen uns, dass beide uns auch weiterhin als Freunde, Unterstützer und Berater erhalten bleiben“, sagt Sibylle Winkel abschließend.

Fledermäuse und Schwalben haben viele Freunde


NABU Main-Kinzig zeichnet fledermaus- und schwalbenfreundliche Häuser aus

Fledermaus- und schwalbenbegeisterte Naturfreunde wurden am 26.07.2013 in dem historischen Gebäude der alten Grundschule in Gründau – Hain-Gründau ausgezeichnet.

Der NABU Kreisverband Main-Kinzig zeichnete im Jahre 2007 zum erstenmal fledermausfreundliche Gebäude aus. Bis heute findet diese Aktion einen großen Anklang und ein immer größer werdendes Engagement. Insgesamt 11 faszinierten Teilnehmern wurden von dem Kreisverbands-Vorsitzenden Franz-Josef Jobst und dem NABU-Aktiven Thomas Mathias neben einer Urkunde und einem Buch über Fledermäuse, eine Edelstahlplakette für fledermausfreundliche und eine, von dem Töpfer Hans Krüger gefertigte, Plakette für schwalbenfreundliche Häuser, feierlich überreicht. Die geehrten Naturfreunde konnten während der Auszeichnung über ihre Erfahrungen mit Fledermäusen und Schwalben berichten. Währenddessen konnten sich die Interessierten von verschiedenen NABU-Mitgliedern über Fledermausquartiere und weitere Nistmöglichkeiten beraten lassen.

Anschließend bot sich die Möglichkeit an einer interessanten Exkursion mit dem Fledermausfachmann Rudolf Ziegler, inklusive Detektorwanderung durch Hain-Gründau, teil zu nehmen. Bei der Exkursion wurde Wissenswertes über Fledermäuse berichtet und u.a. konnten die Flugkünste von Bechsteinfledermaus, Wasserfledermaus und Zwergfledermaus beobachtet werden. Besichtigt wurde auch ein Wohnhaus mit Mehlschwalbennestern und montierten Kotbrett.

Der NABU setzt sich aktiv für neue und bestehende Quartiere & Nistmöglichkeiten an Gebäuden ein und verleiht mit der Plakette ein besonderes Verantwortungsgefühl für einen bedrohten Teil unserer heimischen Tierwelt. Fledertiere und Schwalben sind durch ihre vom Menschen abhängige Lebensweise, insbesondere durch Veränderungen an Hausfassaden und Dachstühlen oder Sanierungsarbeiten gefährdet. Die Auszeichnung der fledermaus- und schwalbenfreundlichen Häuser zeigt, dass ein gutes Auskommen zwischen den interessanten Tieren und dem Menschen sehr viel Freude mit sich bringen kann.

Gerne berät der NABU interessierte Naturfreunde über die Möglichkeiten an Häusern und weiteren Gebäuden.

Allgemeines NABU-Fledermaustelefon: Petra Gatz, Tel. 06441-67904-25
Fledermaus-Mail: fledermaus@nabu-hessen.de


Spenden willkommen!

Der NABU MKK hilft Fledermäusen, Schwalben und weiteren Tieren in Dorf und Stadt im gesamten Kreisgebiet kontinuierlich mit der Absicherung oder Neugestaltung von Nistmöglichkeiten. Spenden für diese Maßnahmen sind sehr willkommen.

Eine Spende, die sich lohnt - „Für Mensch und Natur“

Bankverbindung:
NABU MKK Raiffeisenbank Main-Kinzig
BLZ: 506 616 39
Konto-Nr.: 3730018

Bitte Stichwort „Fledermäuse“ angeben

Fachliche Fragen beantwortet:

Thomas Mathias, Email: t.mathias@nabu-mkk.de
NABU-KV Main-Kinzig, https://www.nabu-mkk.de

Die zehn ausgezeichneten Häuser als pdf.

NABU und HIT-Stiftung sichern Lebensraum der seltenen Sumpfspitzmaus

HIT-Stiftung unterstützt NABU-Flächenankauf

Sumpfspitzmaus (Foto Sibylle Winkel).

Sumpfspitzmaus (Foto Sibylle Winkel).

Seit im Oktober 2010 bei Biotoppflegearbeiten im Ulmbachtal bei Steinau–Marborn eine kleine Population der seltenen Sumpfspitzmaus entdeckt wurde, engagieren sich der NABU Kreisverband gemeinsam mit dem NABU-Ortsverband Steinau für den Erhalt der bestandsbedrohten Kleinsäugerart, berichtet Sibylle Winkel vom NABU-Kreisverband MKK.

Eine erste Fläche konnte bereits erworben werden. Der Erwerb einer zweiten benachbarten Fläche kann jetzt dank der Unterstützung durch die HIT- Umwelt- und Naturschutz Stiftungs- GmbH vorangetrieben werden.

Damit soll das bereits bestehende NABU-Schutzgebiet um weitere annähernd 9.000 Quadratmeter erweitert werden. Mit rund 40 % des Kaufpreises unterstützt dankenswerter Weise die HIT-Stiftung das Artenschutzprojekt. Die restlichen Gelder müssen der NABU-Ortsverband Steinau und der NABU-Kreisverband allerdings aus Eigenmitteln aufbringen.

Die neuen Sumpfspitzmaus-Flächen sollen im Anschluss an den Erwerb ökologisch aufgewertet und naturschutzgerecht gepflegt werden, berichten Rolf und Elke Weber vom NABU Steinau.

In Hessen gilt die Art überwiegend als ausgestorben. Nur in Osthessen (Rhön, Vogelsberg, oberes Kinzigtal) wurden in den vergangenen Jahrzehnten gelegentlich Nachweise erbracht. Dann zumeist in Schleiereulengewöllen als unverdaute Knochen und Schädelreste.

Spenden erwünscht!

Um die Restsumme für den Flächenerwerb in Höhe von 5.100,- Euro aufzubringen, benötigen der NABU-Steinau und der NABU-Kreisverband Main-Kinzig weitere finanzielle Unterstützung.

Bitte leisten Sie einen Beitrag zum Überleben der seltenen Sumpfspitzmaus im Ulmbachtal.

Eine Spende, die sich lohnt -Für Mensch und Natur-

Bankverbindung:
NABU MKK Raiffeisenbank Main-Kinzig
BLZ: 506 616 39
Konto-Nr.: 3730018

Bitte Stichwort „Sumpfspitzmaus“ angeben

NABU Main Kinzig liefert Monitoringdaten an Vogelschutzwarte

Die Wasseramsel ist der Charaktervogel der Bäche und Flüsse unserer Mittelgebirge (Foto: NABU Archiv/Rolf Jürgens)

Die Wasseramsel ist der Charaktervogel der Bäche und Flüsse unserer Mittelgebirge (Foto: NABU Archiv/Rolf Jürgens)

Die ehrenamtlich vom NABU-Arbeitskreis Wasseramsel gewonnenen Brutdaten üben den Wasser¬amselbestand im Main-Kinzig-Kreis erlangen jetzt auch eine bundesweite Bedeutung, freuen sich Arbeitskreisleiter Horst Basermann und die stellvertretende NABU Kreisvorsitzende Sibylle Winkel.

2012 wurde damit begonnen, die bisher nur analog vorliegenden Datensätze des Arbeitskreises zu digitalisieren, in das hessische Datenerfassungsprogramm „NATIS“ zu überführen und der staatlichen Vogelschutz¬warte zur Verfügung zu stellen.

Bestandsdaten für Nachhaltigkeitsindex Artenvielfalt in Hessen

Der Wasseramselbestand gilt als Frühwarnsystem für den Zustand der Fließgewässer in den Mittel¬gebirgslagen. Geht es dem Wasseramselbestand gut, ist auch das Ökosystem der Fließgewässer weitgehend in einem guten Erhaltungszustand. Die ehrenamtlichen Langzeitbeobachtungen des NABU-Arbeitskreises Wasseramsel liefern deshalb sehr wichtige Datenreihen und wissenschaftliche Erkenntnisse, die auch für die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und der FFH-Richtlinie von Bedeutung sind. Seit kurzem werden die Wasseramseldaten auch zur Index-Ermittlung im Rahmen der Nachhaltig¬keitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland und des Bundeslandes Hessen verwendet, erläutert Dipl. Biologin Sibylle Winkel. Dabei steht der Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ im Mittelpunkt. Er ist einer von 21 Schlüsselindikatoren. Der Indikator basiert auf den artspezifischen Bestandsentwicklungen von 59 Vogelarten aus den sechs Hauptlebensräumen Agrarland, Wälder, Siedlungen, Binnengewässer, Küsten/Meere und Alpen, die jeweils für sich einen Teilindikator bilden. Er gibt Auskunft über die Landschaftsqualität, die Nachhaltigkeit der Landnutzung und die Vielfalt von Arten. Auch unser Bundesland beteiligt sich im Rahmen der „Nachhaltigkeitsstrategie Hessen“ an der Erstellung der Indices. Der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland Pfalz und das Saarland kam dabei die Aufgabe zu, die für Hessen relevanten 36 Vogelarten auszuwählen.

Als besondere Indikatorart für die Binnengewässer fiel die Wahl auf die Wasseramsel. Cinclus cinclus, so der wissenschaftliche Name der Vogelart, repräsentiert besonders die Fließgewässer der Mittelgebirge mit strukturreichem Gewässergrund.

Dabei steht insbesondere der Wasseramselbestand im Main-Kinzig-Kreis im Fokus, da hier lückenlose Langzeitbeobachtungen des NABU-Arbeitskreises Wasseramsel seit über 25 Jahren mit guter Datenquali¬tät existieren und der Wasseramsel¬bestand in Hessens bevölkerungsreichstem und viertgrößtem Flächen¬kreis das komplette Kinzigsystem sowie Ausschnitte von Jossa und Sinn repräsentiert. Gleichzeitig werden Ausschnitte aus drei hessischen Mittelgebirgen (Vogelsberg, Spessart und Rhön) abgedeckt.

Künstliche Nisthilfen werden von Wasseramseln gerne angenommen (Foto: Horst Basermann)

Künstliche Nisthilfen werden von Wasseramseln gerne angenommen (Foto: Horst Basermann)

Nachhaltigkeit ehrenamtlicher Daten

Das Wasseramselmonitoring im Main-Kinzig-Kreis zeigt, dass ein ehrenamtlich durchgeführtes Monitoring auch über lange Zeit aufrecht erhalten werden kann und dabei konstant gute Ergebnisse bringt, erklären Sibylle Winkel und Horst Basermann. Vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen an den Natur¬schutz wie beispielsweise dem Klimawandel können nur entsprechend lange Beobach¬tungsreihen verlässliche und qualifizierte Aussagen zur Populationsdynamik von Arten unter sich ändernden Bedingungen liefern.

Herzlichen Dank

Die für die Vogelschutzwarte zusammengestellten Datenreihen sind das Ergebnis zahlreicher Stunden ehrenamtlicher Arbeit.

Folgenden ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen des Arbeitskreises Wasseramsel gilt der besondere Dank des NABU Kreisverbandes:

Adolf Beck, Norbert Dworschak, Franz Josef Jobst, Klaus Hohmann, Erwin Koch, Jürgen Koch, Leo Klübenspies, Karl-Richard Licht, Alfred Loos, Thomas Mathias, Thomas Moser, Peter Rieth, Martin Ruhl, Lothar Ruppel, Herbert Schneider, Hans Schüssler, Dieter Schreiber, Herbert Schneider, Klaus Seibold, Waldemar Stroh, Hilde Thiel, Manfred Thiel, Raimer Thienhaus, Horst Wiederspahn.

Birnen pflanzen trotz Birnengitterrost!



Naturschutzbund Main-Kinzig trotzt dem Schwund alter Birnensorten

Birnbaumblätter mit den typischen orangefarbenen Flecken (Foto: Sibylle Winkel)

Birnbaumblätter mit den typischen orangefarbenen Flecken (Foto: Sibylle Winkel)

„Nach vielen Jahren des Abwartens pflanzt der NABU Main-Kinzig wieder Birnenbäume auf den Streuobstwiesen zwischen Schlüchtern und Maintal“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes Main-Kinzig Sibylle Winkel. Grund der jahrelangen Abstinenz bei der Pflanzung von Birnen-Hochstämmen ist der starke Befall von Birnbäumen mit dem Birnengitterrost – einer Pilzerkrankung, die den Bäumen bundesweit stark zusetzt. Befallen werden junge wie alte Exemplare und der Pilz unterscheidet auch nicht zwischen Hochstämmen, Buschbäumchen oder Spalierobst.

Die Rote Pichelbirne - eine alte Mostsorte - ist auf einer 
NABU-Streuobstwiese im Main-Kinzig-Kreis nur mäßig stark befallen
(Foto: Sibylle Winkel).

Die Rote Pichelbirne - eine alte Mostsorte - ist auf einer NABU-Streuobstwiese im Main-Kinzig-Kreis nur mäßig stark befallen (Foto: Sibylle Winkel).

Erkennbar ist der Birnengitterrost auf den Birnenblatt-Oberseiten, wo der Pilz orange-braune Flecken ausbildet. Die Fruchtkörper erscheinen dann auf der Blattunterseite: Über seine Gefährlichkeit streiten sich die Geister. In der Fachliteratur wird der Pilz nicht selten als ungefährlich eingestuft. Und mancher Obstbau-Experte ist der Meinung, dass der Birnengitterrost einen erwachsenen, gut gepflegten Birnbaum nicht töten kann. Naturschützer sehen dies vielerorts kritischer, zumal gut gepflegte Streuobstbestände hierzulande eine Seltenheit sind, Nachpflanzungen weitgehend ausbleiben und Witterungsextreme wie die Jahrhundertdürre im Frühjahr 2011 den Bäumen zusätzlich das Leben schwer machen, erläutert die Biologin Sibylle Winkel. Daher heißt es, den Befall frühzeitig zu erkennen und seinen Ursachen entgegen zu wirken. „Die Blätter stark befallener Birnbäume sind oft mehr orange als grün“, so die Biologin. Viele Bäume werfen bereits im Juni ihre Früchte ab, weil sie nicht mehr genug Assimilate haben. Im Juli folgen dann die Blätter mit der Folge, dass die Wurzeln nicht mehr ausreichend mit Zuckern versorgt werden können. Verläuft dieser Prozess mehrere Jahre hintereinander, so gehen viele Bäume nach und nach ein oder werden vorzeitig gerodet. Betroffen sind auch Sorten, die als sehr robust gelten können wie etwa die Westfälische Glockenbirne. Nicht selten verzichten daher Landschaftspflegeverbände oder Gartenbauvereine auf die Pflanzung von Birnbäumen oder bieten nur ein stark eingeschränktes Sortiment. Der Erreger des Birnengitterrostes, wissenschaftlich Gymnosporangium sabinae, ist ein wirtswechselnder Rostpilz. Zur Entwicklung benötigt der Pilz zwei Wirte: die Birne und den Wacholder. Gymnosporangium sabinae lebt vorrangig auf aus Asien stammenden Wacholderarten wie Juniperus sabina, auch als Sadebaum bekannt, und Juniperus media. Die Anfälligkeit für den Gitterrost schwankt dabei außerdem von Birnensorte zu Birnensorte. Der heimische, aus den Wacholderheiden bekannte Gemeine Wacholder (Juniperus communis) dagegen bereitet keine Probleme.

Unterseite eines Birnenblattes mit den Aecidien des Gitterrosts, aus 
denen Sporen austreten (Foto: Sibylle Winkel)

Unterseite eines Birnenblattes mit den Aecidien des Gitterrosts, aus denen Sporen austreten (Foto: Sibylle Winkel)

Die Zierwacholderarten gelten als pflegeleicht, sind preisgünstig und werden oft in Gärten aber auch öffentliche Grünanlagen gepflanzt. An infizierten Wacholdern kann man ab Mitte April erste Anzeichen erkennen. Die Äste verdicken sich an den befallenen Stellen warzenartig und tragen braune, später gelbe, im feuchten Zustand gallertartige Sporenlager. Diese können bis zu zwei Zentimeter groß werden. Ganze Zweigpartien können mit ihnen übersät sein und sich so beinahe vollständig orange färben.

Im Frühjahr trägt der Wind die Sporen des Pilzes weiter. Bis zu 500 Meter können sie fliegen, bei ungünstigen Winden sogar noch weiter. „Das reicht für die Mehrzahl der Streuobstgürtel, wie sie früher um unsere Dörfer und Kleinstädte angelegt wurden“, bedauert Sibylle Winkel. Wird ein Birnbaum befallen, zeigt dieser zur Blütezeit erste Befallssymptome. Zunächst bilden sich kleine, gelbe bis orangerote Flecken auf der Blattoberseite, die sich den Sommer über vergrößern, sodass ein Birnbaum am Ende häufig mehr rot als grün leuchtet.

Im Spätsommer bilden sich an der Unterseite des Blattes warzenförmige Wucherungen mit den Sporenlagern, die zunächst von einer Haut umschlossen ist. Reißt diese mit der Zeit auf, entsteht ein Gittergeflecht – der „Birnengitterrost“. Die Sporenlager geben jene Sporen frei, die wiederum den Wacholder infizieren und dort als Pilzgeflecht überleben.

Eine neu gepflanzte

Eine neu gepflanzte "Gute Graue" bereichert seit kurzem das NABU-Schutzgebiet "Sillberg bei Hintersteinau" (Foto: Sibylle Winkel)

„Wichtig ist es, die Infektionskette zu unterbrechen“, fordert Sibylle Winkel.„Die beste Vorbeugung wäre es, den asiatischen Wacholder aus den Gärten und Parkanlagen wieder zu entfernen.“ Die NABU-Biologin appelliert daher an alle Gartenbesitzer und die kommunalen Verantwortlichen, die Zierwacholder aus den Pflanzlisten zu streichen. Periodische Pflegemaßnahmen sollten genutzt werden, die Problempflanzen durch heimische Gewächse zu ersetzen. Bei Neuanlagen sollte generell auf Zierwacholder und Co. verzichtet werden. Aufklärung tut Not, um den Birnengitterrost langfristig aus Gärten und Obstwiesen zu verbannen. Hobbygärtner, Landschaftsplaner, Architekten und Kommunen müssen gleichermaßen überzeugt werden, bei künftigen Planungen auf die Wacholderarten aus Übersee zu verzichten. “Noch setzen wir auf Aufklärung, Information und Einsicht“, erklärt die NABU-Expertin Sibylle Winkel. „Allerdings schauen wir ein wenig neidisch in die Schweiz“, so die Biologin. Hier geht man längst einen Schritt weiter. Bei der Bekämpfung des Birnengitterrostes sind einige Kantone dazu übergegangen, den Wacholder als Wirt systematisch zu entfernen. Die Verwaltung setzt dabei auf die Mithilfe der Bürger. Sie ruft im Herbst dazu auf, befallene Birnbäume zu melden. Fällt der Befall besonders stark aus, klärt die Verwaltung die Besitzer der Büsche über die Wirtsfunktion des Wacholders auf und fordert sie auf, die problematischen Sträucher zu entfernen. Solch ein Vorgehen ist in Hessen derzeit undenkbar. Allerdings würden sich die Naturschützer vom NABU freuen, wenn künftig mehr Gartenbesitzer über die Gefahren der Wacholdersträucher aus Übersee aufgeklärt wären – um so die heimischen Birnbäume als uraltes Kulturgut zu schützen und die Biodiversität und Sortenvielfalt der Birne zu erhalten. Damit die Landschaft prägenden Birnen-Hochstämme in den nächsten Jahrzehnten nicht vollends aus Hessens Kulturlandschaft verschwinden, hat der NABU Main-Kinzig wieder – ganz gegen den Trend – damit begonnen, Birnbäume in seinen Streuobstwiesen zu pflanzen. „Allerdings werden die „Michelsbirne“, die Gute Graue“ oder die „Vereinsdechantbirne“, allesamt alte und bedrohte Regionalsorten, zunächst nur auf Obstwiesen weitab von Ortschaften ein neues Zuhause finden“, ergänzt Sibylle Winkel. „Weitab vom nächsten asiatischen Zierwacholder!“ In diesen NABU-Refugien müssen die alten Birnensorten die kommenden Jahre überdauern, bis sich im Gartenbau wieder neue Trends durchgesetzt haben und das „problematische Friedhofsgrün im Vorgarten“ aus der Mode gekommen ist.

Für Rückfragen: Sibylle Winkel, Tel. 069-84 84 91 85

Gefährliche Wanderung zu den Winterquartieren



Schafft es diese Erdkröte sicher zu ihrem Winterquartier? (Foto: Norman Schiwora)

Schafft es diese Erdkröte sicher zu ihrem Winterquartier? (Foto: Norman Schiwora)

Der Arbeitskreis Amphibien und Reptilienschutz des NABU-Kreisverband Main-Kinzig weist auf eine aktuelle Gefährdung für Amphibien hin. Die immer noch milden Temperaturen im Herbst nutzen viele Kröten, Frösche, Molche und Salamander zur Suche nach einem geeigneten Winterquartier. Dabei führen die Tiere oft lange Wanderungen durch. Ziel sind vor allem dunkle, feuchte und weitgehend frostgeschützte Verstecke. Leider werden dabei oft Gullis und Lichtschächte an Häusern und Gebäuden zu tödlichen Fallen, erklären Michael Röth und Dr. Matthias Kuprian vom NABU Main-Kinzig. Sind die Amphibien erst einmal in diese „Fallen“ gelangt, können sie sich nicht wieder befreien. Die Tiere verhungern, vertrocknen oder erfrieren.

Der NABU bittet daher alle Hausbesitzer und Gebäudeverwaltungen, Lichtschächte, Gullis und ähnliche Todesfallen für Amphibien und andere Wildtiere zu sichern. Dies kann mit feinmaschigen Netzen oder auch mit speziellen Lichtschachtabdeckungen erfolgen, die in jedem Baumarkt erhältlich sind. Bereits gefangene Amphibien sollten vorher befreit und einen sicheren Ort in der Umgebung verfrachtet werden.

Aufgrund von Lebensraumzerstörung und immer noch zunehmendem Straßenverkehr stehen bereits die meisten Amphibienarten Hessens auf der Roten Liste. Haus- und Gartenbesitzer können bereits mit einfachen Mitteln einen aktiven Beitrag zum Schutz unserer heimischen Lurche beisteuern und so einem weiteren Artenschwund etwas entgegensetzen, so die NABU-Vertreter.

Sumpfschildkröte gefunden? Was tun?



Die europäische Sumpfschildkroete (Foto: S. Winkel)

"Die europäische Sumpfschildkroete (Foto: S. Winkel)

Besonders in den Monaten Mai bis August verlassen Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) ihre angestammten Gewässer, um Artgenossen oder einen geeigneten Eiablageplatz zu suchen. Bei diesen Wanderungen sind die Tiere oft auch weitab der Gewässer – manchmal sogar inmitten von Ortschaften – anzutreffen. Andere Tiere werden von sogenannten "Tierfreunden" auch einfach ausgesetzt.

Oft werden die „Schorben“, wie die Tiere früher genannt wurden, dann von aufmerksamen Menschen entdeckt und eingefangen. Doch was tun mit diesen Tieren? Und was ist bei einer streng geschützten Art wie der Europäischen Sumpfschildkröte zu beachten?

Der folgende Fragen- und Antwortkatalog hilft Ihnen dabei, das Richtige zu tun:

Fragen- und Antwortenkatalog

weiter zur AG Sumpfschildkröte


Weitere Informationen zum Arbeitskreis Amphibien & Reptilien finden Sie hier.

Mehr Tiere als im Vorjahr



Eine positive Entwicklung meldet der NABU Maintal bei der Bestandsüberwachung seines  Amphibienschutzzaunes zwischen Hohe Tanne und Maintal-Hochstadt Entgegen dem Kreis-Trend konnte hier die Erdkröte mit 355 Tieren (230 Tiere im Jahr 2011) zulegen.
Auch bei den Braunfröschen (überwiegend Grasfrösche) gab es mit 250 Individuen einen Zuwachs, erläutert Georg Spielberger vom NABU Maintal. 2011 waren es noch 194 Tiere.

Der Teichmolch hat sich im Frühjahr 2012 in Maintal rar gemacht

Der Teichmolch hat sich im Frühjahr 2012 in Maintal rar gemacht

Erfreulich war auch der Nachweis eines Laubfrosches (Einzeltier), so Spielberger. Dagegen wurden nur 25 Teichmolche gezählt. Deutlich weniger als im Jahr zuvor (158 Tiere). Unklar ist, ob ein Teil der Teichmolche bereits vor dem Zaunbau unterwegs war oder einfach den Zaun unbemerkt überkletterte, vermutet der NABU-Aktive.

Unter dem Strich wurden im Frühjahr 2012 immerhin 640 Amphibien gezählt. Etwas mehr als im Vorjahr mit 588 Exemplaren.

„Dem Feldhamster auf der Spur“



Eine Exkursion in seinen Lebensraum

(Foto: Manfred Sattler)

(Foto: Manfred Sattler)

Unter dem Motto „Dem Feldhamster auf der Spur“ lädt der Naturschutzbund (NABU) am Samstag, den 11.08.2012 zu einer Exkursion in den Lebensraum der bedrohten Tierart ein.
Treffpunkt ist um 10:00 Uhr der Parkplatz Große Loh an der L3205 zwischen Niederdorfelden und Maintal Bischofsheim.
(Foto: Manfred Sattler)

(Foto: Manfred Sattler)

Bei der Führung werden Manfred Sattler und Olaf Godmann, Feldhamsterexperten von der hessischen Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz, den Lebensraum der europaweit geschützten Art im Bereich Maintal / Niederdorfelden vorstellen und exemplarisch auch einige Baue des possierlichen Nagers suchen.

Der Feldhamster wird in seinem Lebensraum mit den Themenschwerpunkten Biologie, Verhalten, Gefährdung und Schutz vorgestellt.
Für die Exkursionen werden dem Wetter angepasste Kleidung (z.B. Sonnenschutz), festes
Schuhwerk und ausreichende Getränke benötigt.
Die Exkursion dauert ca. 3 Stunden.

(Foto: Manfred Sattler)

(Foto: Manfred Sattler)

Da die Exkursion auf 20 Personen limitiert ist, wird um vorherige Anmeldung gebeten:

Kontakt:
NABU Main-Kinzig, Michael Röth, Tel. 06055-82700 oder E-Mail: m.roeth@nabu-mkk.de


Hintergrundinformationen

Neuer Zaun für die Pflanze des Jahres



NABU: Ziegen und Schafe erhalten die Heidenelke am Sillberg

Zaunbau (Foto: Franz-Josef Jobst)

Zaunbau (Foto: Franz-Josef Jobst)

Zaunbau zum Schutz einer seltenen Pflanzenart am Sillberg bei Hintersteinau war jüngst bei den Aktiven des NABU Steinau angesagt. Doch nicht die Heidenelke selbst, die im Jahr 2012 zur Pflanze des Jahres gewählt wurde, sollte mit Holz und Draht vor hungrigen Mäulern geschützt werden. Eingezäunt wurde von den NABU-Aktiven der gesamte Lebensraum der seltenen Pflanze.
Im NABU-Schutzgebiet Sillberg gehört die Heidenelke noch zum festen Arteninventar, freut sich Franz Josef Jobst von der NABU Regionalgruppe Steinau. Doch auch hier muss für den Erhalt der zu den Nelkengewächsen gehörenden kleinen Schönheit einiges getan werden. Als Licht liebende Hungerkünstlerin mag sie extensiv genutzte, unbeschattete Wiesen und vor allem Weiden, erläutert die Biologin Sibylle Winkel. In unserer modernen Agrarlandschaft findet diese Pflanze daher kaum noch einen Lebensraum.

Anders im NABU-Schutzgebiet bei Hintersteinau. Hier wird die Bewirtschaftung der mageren Rasen und extensiven Wiesen auf Pflanzen wie die Heidenelke abgestimmt, erklären Franz Josef Jobst und Sibylle Winkel, die beide auch dem NABU-Kreisverband Main-Kinzig vorstehen. Die Hauptarbeit zum Erhalt der seltenen Spezies leisten allerdings vierbeinige Helfer. Um die Naturschutzflächen offen zu halten, werden seit mehreren Jahren regelmäßig Schafe, Ziegen und gelegentlich auch Rinder eingesetzt. Die wolligen Landschaftspfleger von Thomas und Bianca Hofacker aus Hintersteinau sorgen für einen kräftigen Verbiss der Gräser, Kräuter und jungen Baumschösslinge und halten der Heidenelke so die übermächtige Pflanzenkonkurrenz in Schach. Zudem können die kleinen Samen der Heidenelke in den Trittspuren der Ziegen, Schafe und Rinder neu auskeimen und zur Verbreitung der Art beitragen.

Ziegenbeweidung (Foto: Franz-Josef Jobst)

Ziegenbeweidung (Foto: Franz-Josef Jobst)

Doch wo Ziegen und Schafe weiden, müssen auch Zäune gestellt werden. Eine schweißtreibende Arbeit, die von den Steinauer NABU-Aktiven Thomas Mathias, Ottmar Preis, Franz-Josef Jobst sowie Achim Bender vom Hofgut Marjoß und Kevin Hofacker, Sohn der Biolandwirte Hofacker, gerne erledigt wird. Mit einem Mix aus festen und mobilen Zäunen soll es künftig im NABU-Schutzgebiet noch besser gelingen, die angestrebte Biodiversität und Artenvielfalt zu entwickeln.

Von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt wurde die Heidenelke, lateinisch Dianthus deltoides, zur Blume des Jahres 2012 ausgewählt. Die Stiftung will damit auf den bundesweiten Rückgang dieses heimischen, wild wachsenden Nelkengewächses aufmerksam machen. So werden Magerwiesen und Trockenrasen häufig in Acker, Grünland oder Forst umgewandelt. Mit der Auswahl der Heidenelke als Blume des Jahres sollen auch diese bedrohten Lebensräume der Heidenelke ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Die Blume des Jahres 2012 ist in ganz Europa bis nach West-Sibirien und Zentralasien heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet reicht in Deutschland vom Flach- bis ins Hügelland, regional kommt sie aber nur zerstreut bis selten vor. Da sie die sommerliche Wärme liebt, findet man sie kaum über 1.000 m. Gemäß Bundesartenschutzverordnung gilt die Heidenelke als besonders geschützt. In Hessen wird die Art zudem auf der Vorwarnliste (V) der gefährdeten Arten geführt. Die Heidenelke wird findet auch als Arzneipflanze in der Medizin Verwendung. In den Wurzeln befinden sich größere Mengen so genannter Triterpensaponine. Wegen dieser Wirkstoffe wurde die Pflanze früher als Mittel bei Magenverstimmungen (Brechmittel) und Fieber verwendet.

Heidenelke (Foto: Sibylle Winkel)

Heidenelke (Foto: Sibylle Winkel)

Wenn auch die medizinischen Eigenschaften des Nelkengewächses bei den Zweibeinern heutzutage keine Verwendung mehr finden, profitieren die vierbeinigen Rasenmäher sehr von dem guten und gesunden Futter im NABU-Schutzgebiet. Entsprechend begehrt ist das Fleisch der Schafe, Ziegen und Rinder, berichtet Bianca Hofacker. Sibylle Winkel und Franz Josef Jobst freut dies besonders, denn so hat auch die Heidenelke im NABU-Schutzgebiet am nordöstlichen Rand des Main-Kinzig.Kreises eine Zukunft.

Rückfragen beantworten:
Dipl. Biol. Sibylle Winkel, NABU Main Kinzig, 069-84849185 oder
Franz Josef Jobst, NABU Steinau / Main-Kinzig, Tel. 0173 7218670
NABU MKK Spendenkonto: Raiffeisenbank Main-Kinzig, BLZ: 506 616 39, Konto-Nr.: 3730018

NABU Wasseramselzählung



Bestand auf niedrigem Niveau stabilisiert - Dürrefrühjahr 2011 zeigt Auswirkungen

Nach dem Bestandstief der letzten Jahrzehnte mit nur noch 106 Brutpaaren im Jahr 2009 konnte der Arbeitskreis Wasseramsel des NABU Kreisverbandes Main-Kinzig im Jahr 2011 wieder 122 Brutpaare zählen. Damit hat sich der Bestand leicht erholt und auf niedrigem Niveau stabilisiert. Zufrieden sind die Naturschützer mit diesem Ergebnis noch nicht. Innerhalb des Verbreitungsgebietes kam es zu Verschiebungen. Eine Ursache sehen die NABU-Experten im Dürrefrühjahr 2011. Weiter



Weitere Informationen zum Arbeitskreis Wasseramsel finden Sie hier.

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Erlebnis-Fotografien
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Kleiber, Foto: Axel Schmitt

 


Pflegeeinsatz, Foto: S. Winkel