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Sumpfschildkröte gefunden? Was tun?



Die europäische Sumpfschildkroete (Foto: S. Winkel)

"Die europäische Sumpfschildkroete (Foto: S. Winkel)

Besonders in den Monaten Mai bis August verlassen Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) ihre angestammten Gewässer, um Artgenossen oder einen geeigneten Eiablageplatz zu suchen. Bei diesen Wanderungen sind die Tiere oft auch weitab der Gewässer – manchmal sogar inmitten von Ortschaften – anzutreffen. Andere Tiere werden von sogenannten "Tierfreunden" auch einfach ausgesetzt.

Oft werden die „Schorben“, wie die Tiere früher genannt wurden, dann von aufmerksamen Menschen entdeckt und eingefangen. Doch was tun mit diesen Tieren? Und was ist bei einer streng geschützten Art wie der Europäischen Sumpfschildkröte zu beachten?

Der folgende Fragen- und Antwortkatalog hilft Ihnen dabei, das Richtige zu tun:

Fragen- und Antwortenkatalog

weiter zur AG Sumpfschildkröte

Sumpfschildkröten wandern wieder



Beobachtungen sind wichtig für hessisches Artenschutzprojekt

Foto: NABU/S.Winkel

Foto: NABU/S.Winkel

"Hessens Sumpfschildkröten sind wieder auf Wanderschaft - und in dieser Zeit besonders gefährdet," berichtet Sibylle Winkel vom hessischen Artenschutzprojekt Sumpfschildkröte. Die Biologin leitet zusammen mit Dr. Matthias Kuprian das Schutzprojekt Europäische Sumpfschildkröte in Hessen. Die bestandsbedrohten Reptilien zählen zu den seltensten Tierarten unseres Bundeslandes.

Obwohl Sumpfschildkröten beinahe ihr ganzes Leben im Wasser verbringen - dort schlafen, fressen und sogar überwintern - zieht es sie in den Sommermonaten für kurze Zeit an Land. Auf der Suche nach Geschlechtspartnern oder einer guten Eiablagestelle wandern die Reptilien, die schon alt waren, als die Dinosaurier ausstarben, oft kilometerweit über Land. Leider sind diese Wanderungen in unserer modernen Welt zu sehr gefährlichen Ausflügen für die Tiere geworden.

"Die Tiere sind zwar gegen allerlei Fraßfeinde gewappnet," sagt Sibylle Winkel, "die Evolution hat aber nicht mit dem Straßenverkehr und dem Menschen selbst gerechnet." Die Rücken- und Bauchpanzer der Tiere halten Autos nicht stand. So werden manche Tiere bei ihren Überlandwanderungen Opfer des Straßenverkehrs. Sie werden zerquetscht oder sterben Tage später an schweren innern Verletzungen. Nur manchmal werden die Tiere noch rechtzeitig am Straßenrand aufgefunden und von aufmerksamen Passanten in Sicherheit gebracht.

"Doch nicht immer ist der Fund der Tiere auch deren Rettung", bedauert die Artenschützerin. "Nicht wenige der Findlinge geraten jetzt erst recht in Gefahr: Denn aus überzogener Tierliebe und Unwissen werden einige der Findlinge mitgenommen und dann in einen privaten Gartenteich oder ein Terrarium gesperrt. Hier können sie nicht mehr zum Arterhalt beitragen und sind für die Population verloren. Die frei lebenden Bestände werden so weiter ausgedünnt und sind kaum noch überlebensfähig."

Sibylle Winkel weist daher darauf hin, dass es nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng verboten ist, die europaweit geschützten Wildtiere aus der Natur zu entnehmen und dann in Gefangenschaft zu halten.

Wer den Tieren helfen will, sollte Fundtiere und Beobachtungen umgehend an die Hessische Arbeitsgemeinschaft Sumpfschildkröte melden, damit die Bestände in freier Natur geschützt werden können.

Die Mitarbeiter der AG Sumpfschildkröte holen die Tiere ab oder organisieren den Transport und nehmen auch alle Sichtbeobachtungen entgegen.

Sumpfschildkröte-Infotelefon:
Dipl.-Biol. Sibylle Winkel 069 8484 9185 oder Dr. Matthias Kuprian 0173 3751 580.

Mehr Infos zum Sumpfschildkrötenprojekt Hessen auf www.sumpfschildkröte.de

Betreuer

Olaf Homeier
Rossbacher Str. 23
63599 Biebergemünd
Mobil: 0163 4689528
E-Mail: e.homeier@freenet.de

 

Timo Spaniol
36391 Sinntal-Altengronau
E-Mail: tspaniol@gmx.de

 

Elke und Rolf Weber
Auf der Mauereller
36396 Steinau-Marborn
Tel.: 06663/6565

 

weiterer Kontakt:

Sibylle Winkel und
Dr. Matthias Kuprian
Pommernstraße 7
63069 Offenbach
E-Mail: s.winkel@nabu-mkk.de

 

Amphibienzählbogen

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Hier finden Sie den Zählbogen für Amphibienwanderungen.